NSU-Prozess:

Türkische Gemeinde hofft auf lebenslänglich

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Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat

München - Kurz vor Beginn des NSU-Prozesses in München sind die Erwartungen hoch - vor allem bei der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Sie fordert Höchststrafen für die Täter.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland erwartet, dass der Münchner NSU-Prozess mit lebenslangen Freiheitsstrafen zu Ende geht. „Wir hoffen, dass es zu Höchststrafen kommt. Und die Höchststrafe ist lebenslänglich“, sagte der Vorsitzende Kenan Kolat der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online). Der Prozess um die Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) beginnt heute ab 10 Uhr vor dem Oberlandesgericht München.

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Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe ist als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen des NSU angeklagt - darunter neun Morde an Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft, der Mord an einer Polizistin und zwei Sprengstoffanschläge. Außerdem stehen vier mutmaßliche Helfer der Gruppe vor Gericht.

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Kolat rechnet damit, dass der Prozess auch Verbindungen zwischen den Angeklagten und den Sicherheitsbehörden offenlegt. „Wir erwarten ein geordnetes Verfahren und dass die Verquickungen zwischen den Sicherheitsbehörden und dem NSU ans Tageslicht kommen, insbesondere die Verquickungen mit dem Verfassungsschutz“, sagte er. „Es reicht nicht, die Beschuldigten zu verurteilen.“

dpa

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