Kommentar: Nutzen muss bewiesen sein

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Frank Thonicke

Hauptsache, es hilft. Nach diesem Motto könnte es dem Patienten eigentlich egal sein, ob er ein Pflegemittel aus der Drogerie oder eine medizinische Salbe benutzt, die er nur per Rezept bekommt.

Klar ist aber auch, dass man für Feld-Wald-und-Wiesen-Cremes selbst die Geldbörse aufmachen muss. Wer sich Nivea auf die Nase schmiert, um beim Skifahren keinen Gletscherbrand zu bekommen, kann schließlich die Rechnung für die Creme-Dose auch nicht bei der Krankenkasse einreichen.

Insofern ist das Urteil des Bundessozialgerichts nachvollziehbar. Im Leistungskatalog der Krankenkassen stehen nun mal Heil- und keine Pflegemittel. Der Unterschied: Die Heilmittel haben anhand statistischer Untersuchungen bewiesen, dass sie auch wirklich von Nutzen sind.

Richtig liegen die Richter auch mit ihrer Ansicht, dass man sich nur an der Qualität der Krankheitsbekämpfung orientieren kann und nicht an der Bedürftigkeit der Betroffenen. Täte man letzteres, müsste man konsequenterweise Medikamente nach Einkommensklassen verteilen.

Da wäre dann aber wirklich krank.

Quelle: op-online.de

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