Obama beendet offiziell Kampfeinsatz im Irak

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US-Präsident Barack Obama erklärt offiziell die Kampfeinsätze amerikanischer Truppen im Irak für beendet.

Washington - US-Präsident Barack Obama erklärt offiziell die Kampfeinsätze amerikanischer Truppen im Irak für beendet. Er räumte ein, dass die USA einen hohen Preis für den Krieg bezahlt hätten. Seine Pläne:

Es sei im Interesse des Iraks, aber auch im Interesse der USA, dass dieser Krieg jetzt zu Ende gehe, heißt es in Redeauszügen, die das Weiße Haus kurz vor Obamas Rede an die Nation am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichte. Nun liege die Zukunft des Iraks in den Händen der Iraker.

“Heute Abend erkläre ich, dass die amerikanische Kampfmission im Irak beendet ist“, heißt es in den Auszügen. “Die Vereinigten Staaten haben einen hohen Preis dafür bezahlt, um die Zukunft des Iraks in die Hände seines Volkes zu legen.“ “Diesen Krieg zu beenden, ist nicht nur im Interesse des Iraks - es ist auch in unserem Interesse“, sagte Obama weiter. Mehrmals erinnerte er an den Einsatz und die Opfer der Soldaten.

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In dem Krieg waren über 4000 US-Soldaten ums Leben gekommen. Allerdings bleiben rund 50 000 US-Soldaten weiter im Land, um irakische Sicherheitskräfte auszubilden und bei Anti-Terror-Einsätzen zu unterstützen. Sie sollen bis Ende 2011 abziehen.

Bereits zuvor hatte Obama deutlich gemacht, dass es keine Siegesfeiern geben wird. “Wir werden nicht in Eigenlob verfallen“, sagte er kurz vor seiner Rede bei einem Truppenbesuch. Unter allen Umständen wollte das Weiße Haus den Eindruck vermeiden, den sein Vorgänger George W. Bush 2003 hinterlassen hatte: Damals war Bush an Bord des Flugzeugträgers “Abraham Lincoln“ vor einem Banner mit den Worten “Mission accomplished“ (Mission erfüllt) aufgetreten. Wenig später fiel das Land in Chaos und Terror.

Eindringlich verwies Obama auf die Eigenverantwortung des Iraks. Für das Land beginne jetzt eine neue Ära: “Der Irak hat die Chance, eine bessere Zukunft für sich selbst zu schaffen“, sagte der Präsident bei einem Truppenbesuch in Fort Bliss im US-Bundesstaat Texas. Obama räumte ein, dass es noch immer Gewalt im Irak gebe. Daher sei die Arbeit der US-Soldaten in dem Land noch nicht ganz beendet.

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Mit dem Ende des Kampfeinsatzes würden die USA ihr Augenmerk nun noch stärker auf Afghanistan und Pakistan legen - was den Krieg gegen den Terror einschließt. Obama bezeichnete den Krieg in Afghanistan als harten Kampf. “Es wird eine große Schufterei“, sagte er vor den Soldaten.

Die USA hatten den Irak-Krieg im März 2003 ohne UN-Mandat begonnen. Mehrere europäische Verbündete - darunter Deutschland und Frankreich - waren strikt dagegen. In der ganzen Welt gab es damals Proteste.

Offizielle Begründung für die Invasion der Verbündeten - neben den USA vor allem Großbritannien - war die Behauptung Washingtons, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Diese Waffen wurden allerdings später nicht gefunden. Zugleich machten die USA aber auch klar, das ihr Ziel auch ein “Regimewechsel“ in Bagdad sei - sie wollten die Herrschaft von Machthaber Saddam Hussein beenden.

Nach Angaben des Pentagons wurden in dem Krieg 4418 US-Soldaten getötet, etwa 32 000 seien verwundet worden. Mindestens 9500 irakische Soldaten und Polizisten kamen ums Leben. Die Zahl der getöteten irakischen Zivilisten wird mit über 112 600 angegeben.

Allerdings nimmt die Gewalt im Irak in letzter Zeit wieder deutlich zu: In der vergangen Woche kamen bei einer Terrorwelle über 70 Menschen ums Leben. Hinzu kommt politische Instabilität: Auch rund ein halbes Jahr nach der Parlamentswahl im März konnten sich die Verantwortlichen immer noch nicht auf eine neue Regierung einigen.

dpa

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