Kommentar zur Libyen-Krise und Sprit-Preisen

Kommentar: Ölmultis machen Kasse mit der Angst

Die Ölmultis machen Kasse mit der Angst - auf Kosten der Autofahrer. Die Benzinpreise kletterten gestern über 1,50 Euro, Diesel kostet mehr als 1,40 Euro je Liter. Trotz der Unruhen im erdölreichen Libyen gibt es keinen Grund für diese Preiserhöhungen.  Von Achim Lederle

„Bisher ist eigentlich nichts passiert, was die Ölförderung angeht. Die Lager sind sehr gut gefüllt“, sagte Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCE). „Die Konzerne ... nutzen jede Gelegenheit, um mehr Geld zu verdienen. Was da mitgenommen wird, ist ein Sonderprofit wegen der Nervosität“, so Lottsiepen weiter. Ähnlich sieht das Helmut Buchmann, Analyst beim Energiefachjournal „Oil Market Report“: „Auf dem Ölpreis lastet eine Art Angstaufschlag“, sagte er gestern laut „Spiegel-Online“. Zwar wird derzeit mehr als ein Drittel der weltweiten Ölproduktion in der Region Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten gefördert. Libyen ist zudem das afrikanische Land mit den höchsten nachgewiesenen Ölreserven. Gleichwohl sind dies alles keine Gründe für den aktuellen Aufschlag beim Sprit.

Egal wie die Krise in Libyen ausgeht: Ein Öl-Versorgungsengpass ist höchst unwahrscheinlich. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) kann ihn jederzeit verhindern, indem das Kartell die Fördermenge deutlich ausweitet. Allein Saudi-Arabien hat angeblich noch freie Förderkapazitäten von täglich vier Millionen Barrel. Zum Vergleich: Libyen fördert täglich nur 1,6 Millionen Barrel Rohöl.

Fazit: Die Ölmultis tun das, was sie immer tun. Ob weltpolitisches Strohfeuer oder Flächenbrand, alles taugt, um Preiserhöhungen an den Tankstellen zu rechtfertigen. Die regelmäßigen Milliardengewinne von Exxon Mobil, Shell, BP und Co. zum Jahresende zeigen dann, in welchen Kassen das Geld wirklich landet.

Quelle: op-online.de

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