Opposition: Vorkasse für Patienten ist "widerlich"

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Der Bundestagsabgeordnete und SPD-Gesundheitsfachmann Karl Lauterbach ist empört über die Vorkasse für Patienten

Berlin - Die Opposition hat Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) scharf kritisiert, wonach gesetzlich Versicherte ihren Arzt öfter selbst bezahlen und sich das Geld von den Kassen zurückholen sollen.

Diese Vorkasse sei gerade für Rentner und Geringverdiener eine “unchristliche und widerliche Abzocke“, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Freitag im Bundestag.

Absehbar sei, dass damit Belastungen für Kassenpatienten weiter steigen. Laut Schätzungen von Krankenkassen würden sie künftig auf der Hälfte der Behandlungskosten sitzen bleiben. Einen raschen Arzttermin werde künftig nur der Kranke erhalten, der finanziell auch in der Lage sei, in Vorkasse zu treten, warnte Lauterbach. Dies laufe auf eine “Drei-Klassen-Medizin“ hinaus. Ähnlich äußerten sich Redner von Grünen und Linkspartei.

Die Koalitionsfraktionen sprachen von einer “Phantomdebatte“ und böswilliger Panikmache der Opposition. Patienten könnten auch künftig frei entscheiden, ob sie medizinische Leistungen direkt beim Arzt bezahlten oder nicht, erklärten Sprecher von Union und FDP.

dpa 

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