Pferdefleisch-Skandal

Kommentar: Ohne Skrupel

Was wirklich ekelhaft ist beim Pferdefleisch-Skandal, ist die Vermutung, dass solche Machenschaften nicht die Ausnahme, sondern die Regel in der Lebensmittelindustrie sind - dass eigentlich nur per Zufall überhaupt jemand den skrupellosen Übeltätern auf die Spur kommt. Von Peter Schulte-Holtey

Und das Vertrauen der Verbraucher in die Lebensmittelindustrie wird weiter sinken. 72 Prozent der Bürger fühlen sich bereits getäuscht, wie eine Studie der Verbraucherzentralen zeigt. Dabei sind nicht allein die großen Skandale à la Gammelfleisch dafür verantwortlich. Vielmehr wächst das Misstrauen durch die alltäglichen und sogar zulässigen Tricks - zum Beispiel mit Milch oder Orangensaftextrakten.

Ist Verbraucherschutz also nur eine Worthülse? Zumindest zeigt auch der aktuelle Skandal, dass der Anreiz für die Lebensmittelwirtschaft noch immer nicht groß genug ist, sich an Vorschriften zu halten. Wir benötigen also vor allem mehr Abschreckung durch Transparenz - die Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen müssen unter Nennung der kontrollierten Betriebe oder Händler viel offensiver veröffentlicht werden, Betrüger sollten genannt werden.

Und wer wirklich sichergehen will, dass er wirklich Lebensmittel erhält und keine Kunstprodukte, der sollte auf Fertigprodukte verzichten und darauf schauen, woher sein Fleisch kommt. Das erfährt er übrigens bei regionalen Produkten, also aus Hessen, am besten. Die mögen manchmal teurer sein. Dafür sind sie aber auch sicher.

Quelle: op-online.de

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