Lkw-Maut auf Bundesstraße

Politik muss überzeugen

Sinnvolle Verkehrslenkung oder doch einfach nur abkassieren? Brummifahrer müssen bald nicht nur für die Fahrt auf Autobahnen zahlen. 2011 sollen vierspurige Bundesstraßen hinzukommen. Vor allem Abschnitte, die im Umfeld von Autobahnen liegen, sollen künftig „bemautet werden“; im Rhein-Main-Gebiet gibt es einige betroffene Bereiche. Lastwagenfahrer müssen sich also auf massive Veränderungen einstellen. Von Peter Schulte-Holtey

Ein jährlicher dreistelliger Millionenbetrag soll so in die Staatskassen gespült werden. Klar, die Haushälter freuen sich und haben bereits 50 Millionen Euro Einnahmen fürs kommende Jahr und danach bis 2014 per anno 100 Millionen Euro eingeplant. Das Geld wird zu spürbaren Erleichterungen im Verkehrsetat führen.

Doch zunächst müssen noch heftige Auseinandersetzungen durchgestanden werden. „Weil der Staat wieder kein Geld hat, müssen wir bluten“, ärgern sich Spediteure. Das Argument, einige Bundesstraßen seien erheblich ausgebaut und damit für den Güterverkehr attraktiv geworden, halten sie für vorgeschoben. Dagegen jubelt der Bund für Umwelt- und Naturschutz und fordert ein Konzept zur Mauterhebung auf allen Bundesstraßen und appelliert an die Landesminister, „sich sofort für die Interessen der abgas- und lärmgeplagten Anwohner der Ausweichstrecken einzusetzen“.

Auf die Politik kommt also noch jede Menge Überzeugungs- und Ausgleichsarbeit zu. Auch viele Unternehmen in und um Offenbach werden die Debatten mit Argusaugen verfolgen. Eine Mautpflicht für Lkw auf vom Güterverkehr besonders belasteten Bundesstraßen kann zwar eine wichtige Entlastungswirkung für die Anlieger haben. Mit Fingerspitzengefühl müssen dabei aber auch mögliche Auswirkungen auf die örtliche Wirtschaft und den Handel geprüft werden.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

Quelle: op-online.de

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