Polizeigewerkschaften fordern EU-Küstenwache

Osnabrück - Angesichts der Flüchtlingswelle von Afrika nach Europa fordern Polizeigewerkschaften den Aufbau einer EU-Küstenwache mit 2.500 Grenzschützern. Sie erwarten einen Ansturm.

 Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht: “Mit dem Sturz der Diktatoren Nordafrikas wird der Flüchtlingsstrom nach Europa massiv wachsen.“ Dieser Ansturm lasse sich nur stoppen, wenn Europa zur Festung umgebaut werde.

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Wendt forderte, die Grenzschutzagentur Frontex zu einer europäischen Küstenwache auszubauen, die mit einer schnellen Eingreiftruppe jederzeit handlungsfähig ist. Die Zahl der Frontex-Mitarbeiter müsse dafür verzehnfacht werden. Bisher seien allein in den Mittelmeerländern etwa 50 Behörden für Grenzschutz zuständig, während Frontex die nationalen Einsatzkräfte nur dirigiere. “Bis alle Beteiligten sich abgestimmt haben, sind die illegalen Migranten aber längst in Europa angekommen“, kritisierte Wendt. Mit nationalstaatlichem Klein-Klein sei das Megaproblem Migration in Europa nicht zu lösen.

Wendt sagte, von den mehr als 5.000 tunesischen Flüchtlingen auf der italienischen Insel Lampedusa seien inzwischen rund 3.000 auf das italienische Festland gebracht worden und von dort vermutlich in andere EU-Länder weitergereist.

dapd

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