Protestwelle gegen Hürden für Freiwillige

Offenbach (psh) ‐ Alle loben das Ehrenamt, unsere Gesellschaft profitiert in immer mehr Bereichen vom bürgerschaftlichen Engagement der Freiwilligen. Ausgerechnet „Vater Staat“ ist aber gerade dabei, neue finanzielle Hürden für ehrenamtliche Helfer aufzubauen. Die Protestwelle rollt bereits.

So bringen neue gesetzliche Regelungen und Reformpläne viele ehrenamtlich tätige Frührentner, die mehr als 441 Euro pro Monat Aufwandsentschädigung kassieren, in Bredouille. Sie müssen diesen Betrag nicht nur wie alle anderen ehrenamtlichen Helfer versteuern - ihnen wird auch von den Rentenversicherungsträgern die Frührente um ein Drittel gekürzt.

Zudem sollen Aufwandsentschädigungen, die Hartz-IV-Bezieher für ehrenamtliche Tätigkeiten erhalten, nach einer neuen Gesetzesinitiative voll am Regelsatz angerechnet werden. Bisher galten 2100 Euro im Jahr als steuerlicher Freibetrag. Für viele Verbände und Vereine ist die Regelung ein Unding: „Die Signalwirkung ist negativ und demotivierend“, erklärte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Sollte diese Regelung Gesetzeskraft erlangen, würde die Zwei-Klassen-Gesellschaft auch im Ehrenamt Einzug halten“, warnte Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes. Statt froh zu sein, wenn Hartz-IV-Empfänger sich trotz ihrer schwierigen Lage für unser Gemeinwesen engagierten, werde Ausgrenzung betrieben. „Das Ehrenamt sollte gerade in diesem Jahr gefördert und nicht benachteiligt werden“, wird Hans Hachinger, Vorstand des Vereins Deutsches Ehrenamt, zitiert.

Quelle: op-online.de

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