Protestwelle und Gewalt in Syrien

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Demonstranten protestieren vor der syrischen Botschaft in Kairo (Ägypten) gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Damaskus - Lange schien die Protestwelle in den arabischen Staaten einen Bogen um Syrien zu machen. Doch jetzt wagen sich auch dort Oppositionelle immer stärker ans Tageslicht. Das Regime opfert einen Gouverneur - und lässt erneut schießen.

Ermutigt durch die Aufstände in anderen arabischen Ländern rebellieren nun auch Regimegegner in Syrien gegen Präsident Baschar al-Assad. Am Wochenende kam es erneut zu Kundgebungen und gewalttätigen Zusammenstößen. Dabei wurde auch gegen das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte bei einer Demonstration im südsyrischen Daraa mit fünf Toten am vergangenen Freitag protestiert.

Am Sonntag wurde dort erneut ein Demonstrant getötet. 60 weitere Menschen wurden verletzt, als die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition in die Menge schossen. Augenzeugen berichteten, die Demonstranten in Daraa hätten mehrere öffentliche Gebäude angezündet, darunter den Sitz des Gouverneurs, den Justizpalast und das Gebäude der regierenden Baath-Partei.

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Assad hatte, um den Protesten die Spitze zu nehmen, zuvor den Gouverneur der Provinz, Faisal Kulthum, seines Amtes enthoben. Außerdem ließ er 15 Demonstranten frei, die an den Tagen zuvor in der Stadt festgenommen worden waren. Der Funktionär habe “krasse Fehler beim Umgang mit Protesten in der Region“ begangen und sei “auf Bitten der Bevölkerung von Daraa“ entlassen worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur SANA am Sonntag.

Augenzeugen berichteten, dass am Sonntag Behördenvertreter die Angehörigen der Getöteten besucht und eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Anwendung von “unverhältnismäßiger und tödlicher Gewalt“ in Aussicht gestellt hätten. Zugleich schossen die Sicherheitskräfte bei den jüngsten Protesten am Sonntag allerdings erneut in die Menge der unbewaffneten Demonstranten.

Schon am Freitag hatten die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition auf die Kundgebung in Daraa gefeuert und fünf Menschen getötet. Am Samstag war der Trauerzug für die Opfer in eine Kundgebung mit politischen Forderungen umgeschlagen. Auch am Sonntag riefen wieder Tausende im Zentrum der Stadt “Wir wollen Freiheit!“.

Insgesamt waren am Freitag in der Hauptstadt Damaskus, in Homs, Aleppo, Deir al-Zor und Daraa mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen, um Freiheitsrechte und ein Ende der Korruption zu fordern. In Syrien, das von Assad mit eiserner Hand regiert wird, hatte es zuvor - anders als in anderen arabischen Ländern - noch keine größeren Proteste gegeben.

dpa

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