Die eigene Wohnung als rauchfreie Zone?

Raucher: Das sollten Mieter beachten

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Offenbach - In vielen Kneipen: tabu. Am Arbeitsplatz: unerwünscht. Im Oktoberfest-Bierzelt: verboten. Die Luft für Raucher wird immer dünner. Zigarette, Pfeife und Zigarre sind an vielen öffentlichen Orten längst untersagt.

Das letzte Rückzugsgebiet für hartnäckige Raucher ist die eigene Wohnung. Doch auch das könnte nach einem Düsseldorfer Richterspruch bald wackeln. Während sich Glimmstengel-Freunde diskriminiert fühlen, freut es die Vermieter. Probleme scheinen unvermeidbar. Ein Rauchverbot in den eigenen vier Wänden ist die Entscheidung des Düsseldorfer Amtsgerichts nicht; was sollten Mieter jetzt beachten? Unser Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey fragte bei Eva-Maria Winckelmann nach; sie ist Rechtsanwältin und Direktorin beim Landesverband des Deutschen Mieterbundes.

Wann darf denn ein Vermieter dem Mieter das Rauchen in der Wohnung verbieten?

Grundsätzlich darf ein Mieter in seiner Wohnung machen, was er will. Die Art und Weise, wie ein Mieter seine Wohnung nutzt, ist grundsätzlich allein ihm selbst überlassen. Allerdings darf die Wohnung natürlich nicht vertragswidrig genutzt werden, sonst kann der Mieter im schlimmsten Fall verklagt werden. Der Bundesgerichtshof hat schon 2006 entschieden, dass das Rauchen ausdrücklich zur vertragsgemäßen Nutzung gehört. Normalerweise dürfte es bei einer geschlossenen Wohnungstür und einem normal konstruierten Gebäude auch nicht zu Belästigungen der Nachbarn kommen. Kommt es aber aufgrund der speziellen Bauweise eines Gebäudes – schlechte Abdichtungen – zu erheblichen Belästigungen durch Zigarettenrauch, kann der Nachbar als Mieter im schlimmsten Falle die Miete mindern.

Allerdings dürfen Raucher ihrem Laster in einem Mietshaus auch nicht überall ungehemmt frönen ...

In ihrer Wohnung schon, wie oben beschrieben. Wenngleich bisher auch für das Treppenhaus kein generelles Rauchverbot zulässig ist, ist dort und zum Beispiel auf dem Balkon Rücksichtnahme geboten. Dort sollte ein Mieter schon im Hinblick auf die nicht rauchenden Nachbarn und auf Schwangere bzw. Kinder Rücksicht nehmen. Außerdem ist der Brandschutz zu beachten.

Was können Mieter unternehmen, wenn ihnen der Rauch aus der Nachbarwohnung zu viel wird?

Sie sollten zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn suchen und um Abhilfe und Rücksichtnahme bitten. Wenn das nichts hilft, sollte sich der betroffene Mieter an den Vermieter wenden und gegebenenfalls die Miete mindern.

Quelle: op-online.de

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