Projekt an Grundschulen

Kommentar: Reform mit Tücken

Das Ziel der „Flexiblen Eingangsstufe“ (Flex), die auch bei Grundschulen in der Region beliebter wird, ist richtig: Optimierung des Schulanfangs, um sichere Fundamente für das Weiterlernen aller Kinder ab der Jahrgangsstufe 3 zu legen. Von Peter Schulte-Holtey

Es ist sicherlich eines der interessantesten bildungspolitischen Vorhaben in Hessen, denn es geht ja um mehr Chancengleichheit. Erstklässler kommen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule; einige können bereits lesen, andere brauchen etwas mehr Zeit. Darauf sind die Lehrer zwar auch jetzt schon vorbereitet, eine flexible Eingangsphase könnte ihnen aber helfen, den Unterricht noch stärker auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder abzustimmen.

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Die Reform hat allerdings auch ihre Tücken. Wenn Grundschüler die flexible Eingangsphase entweder in einem, in zwei oder in drei Jahren durchlaufen, könnte dies den Druck auf die Kinder, so schnell wie möglich die gewünschten Leistungen zu erbringen, weiter erhöhen. Zudem wird sich noch zeigen müssen, ob die betroffenen Lehrer gut auf „Flex“ vorbereitet sind und tatsächlich mehr Gelegenheit haben, sich um jeden einzelnen Schüler besser zu kümmern. Wenn das Lernen in altersgemischten Gruppen erfolgreich sein soll, brauchen Lehrer die nötigen Ressourcen und den Freiraum, um den Unterricht zu modernisieren.

Schulreformen müssen erklärbar sein und der Nutzen muss überzeugend erklärt werden, zu tiefgreifend können die Folgen für die Schüler und damit Ängste der Eltern sein. Auf Schulleitungen kommt Schwerstarbeit zu.

Quelle: op-online.de

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