Schröder: Viele Eltern mit Arbeitszeiten unzufrieden

Erfurt - Bei familienfreundlichen Arbeitszeiten gibt es aus Sicht von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) noch immer erheblichen Nachholbedarf. Von Seiten der Politik sei aber keine Hilfe möglich.

Nur ein Drittel der jungen Eltern in Deutschland fühle sich durch die Arbeitszeitregelung ihrer Arbeitgeber unterstützt. “Die Realität in den Unternehmen geht noch zu oft an den Wünschen der Familien vorbei“, kritisierte Schröder am Freitag am Rand einer Tagung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Schröder verwies auf Studien, wonach sich 96 Prozent der Eltern flexiblere Arbeitszeiten wünschten. Für 90 Prozent der Arbeitnehmer mit kleinen Kindern seien familienfreundliche Arbeitsbedingungen ebenso wichtig wie die Höhe ihres Gehalts.

Frauen und Männer sollen sich zu familiären Verpflichtungen bekennen

Notwendig seien Änderungen in der Unternehmenskultur, sagte Schröder. “Das können wir nicht gesetzlich vorschreiben.“ Es gehe um mehr und flexiblere Teilzeitangebote sowie eine Abkehr von der strikten Präsenzkultur, mit der Deutschland eine unrühmliche Rolle im europäischen Vergleich spiele. Schröder: “Es ist nicht der der beste Arbeitnehmer, der am längsten am Schreibtisch sitzt.“

Nach Umfragen würden berufstätige Mütter in Westdeutschland eher mehr als die übliche 20-Stunden-Woche arbeiten. In Ostdeutschland arbeiteten viele Mütter Vollzeit, würden aber die Arbeitszeit gern in Richtung 30 bis 35 Stunden pro Woche verringern. Solche Arbeitszeiten kämen zunehmend auch für Väter mit kleinen Kindern infrage. “Ich wünsche mir eine Unternehmenskultur, in der sich Frauen und Männer selbstverständlich zu familiären Verpflichtungen bekennen.“

dpa

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