Seehofer attackiert Wahlverlierer Röttgen

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CSU-Chef Horst Seehofer (rechts) kritisiert NRW-Wahlverlierer Nobert Röttgen (Archivbild).

Berlin - Horst Seehofer hat Wahlverlierer Nobert Röttgen hart kritisiert und indirekt seine Eignung als Umweltminister infrage gestellt. Claudia Roth war da sehr viel direkter.

Röttgen hatte am Sonntag das schlechteste Wahlergebnis bei Landtagswahlen für die NRW-CDU eingefahren und noch am Abend seinen Rücktritt vom Landesvorsitz erklärt. CSU-Chef Seehofer bezeichnete den Wahlausgang in der “Bild“-Zeitung als “eine politische Katastrophe“ und “ein Desaster mit Ansage.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und er hätten am Rande der Bundesversammlung Röttgen klar gemacht, dass diese Wahl für die gesamte Union von Bedeutung sei und dass man sich “mit Haut und Haaren und jeder Pore“ in den Wahlkampf stürzen müsse.

Seehofer richtete den Blick zugleich auf die Energiewende. “Norbert Röttgen ist zuständig für eines der wichtigsten Projekte dieser Regierung. Die Menschen wollen endlich Antworten hören, wie es mit der Energiewende weitergehen soll, und sie wollen sehen, dass wir aufs Tempo drücken. Ich hoffe, dass der Bundesumweltminister mit dieser Herausforderung anders umgeht, als mit dem Wahlkampf in NRW.“

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Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zweifelte derweil Röttgens Eignung als Umweltminister an. “Die Frage ist durchaus berechtigt: Wie will er denn um alles in der Welt ein guter Minister auf Bundesebene sein“, fragte Roth im Bayerischen Rundfunk. Der Parteienforscher Gerd Langguth ging davon aus, dass Röttgen zwar sein Ministeramt mit dem Rücktritt als CDU-Landeschef gerettet hat. “Ob er allerdings noch einmal als stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender kandidieren wird, ist zu bezweifeln“, sagte Langguth der Nachrichtenagentur dapd.

Debatte über Röttgen-Nachfolge in NRW

Nach dem Rückzug Röttgens als CDU-Landeschef muss die NRW-CDU nun einen neuen Landesvorsitzenden suchen. Im Gespräch sind der bisherige Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann und der stellvertretende Landesvorsitzende Armin Laschet. Laschet ließ am Morgen im Deutschlandfunk noch offen, ob er kandidiert. Der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn warb dafür, die neue Führungsspitze der NRW-CDU in einer Person zu bündeln. “Partei- und Fraktionsvorsitz sollten künftig in einer Hand sein“, sagte Spahn in einem dapd-Interview.

dapd

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