Studie mit „erschreckenden Ergebnissen“

Smartphone verändert die Gesellschaft

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Offenbach - Ständiges Schauen auf das Display, permanent im Netz sein: Über die Grenze von exzessiver Smartphone-Nutzung zur Sucht wird immer häufiger diskutiert. Für Psychologen steht fest: Das Kommunikationsverhalten ändert sich tiefgreifend.

Das Wort von der „Kopf-nach-unten-Generation“ macht die Runde. Gemeint sind vor allem Jugendliche, die - egal wo sie unterwegs sind - nur auf ihr Smartphone starren. Zwar gibt es noch keine speziellen Kriterien zur Diagnose von „Medienabhängigkeit“. Eine Grenze, wann Smartphone-Nutzung zur Sucht wird, sei nicht einfach zu ziehen, sagt der Kölner Psychologe Christian Montag. Das Ergebnis einer Studie des Wissenschaftlers bringt jetzt teils radikale Verhaltensänderungen - mit negativen Folgen - ans Licht. Zum Beispiel am Arbeitsplatz: „Liegt das Smartphone neben der Tastatur, wird man ständig abgelenkt, sobald eine neue Nachricht aufblinkt. Wir werden ständig aus der Konzentration gerissen. Das schmälert die Produktion.“

Auch in der Kommunikation der Menschen untereinander bemerkt Montag Einschnitte: „Schaut man abends in eine Bar, wo einer der beiden Freunde für einen Augenblick den Tisch verlässt, greift der andere sofort zu seinem Smartphone. Er signalisiert damit, dass er keinen Kontakt zu anderen wünscht, genug Freunde hat. Früher wurde man durchaus mal angesprochen.“ Der Privatdozent spricht von „erschreckenden Ergebnissen“: Ein Viertel der Teilnehmer an der Studie nutzten ihr Smartphone mehr als zwei Stunden pro Tag. 80 Mal täglich aktivierten sie es - tagsüber also durchschnittlich alle zwölf Minuten (bei acht Stunden Schlaf), in einigen Fällen sogar doppelt so oft.

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psh

Quelle: op-online.de

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