Auf Holz klopfen

Kommentar: Studie zur Lebenszufriedenheit

Von Zuständen wie im Himalaya-Staat Bhutan, wo das Streben nach Wohlbefinden bereits in der Verfassung verankert wurde, ist die Bundesrepublik zwar noch ein gutes Stück entfernt. Von Peter Schulte-Holtey

Aber immerhin gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den wenigen Ländern, in denen sich die Zufriedenheitswerte in den vergangenen Jahren schön glücklich entwickelt haben. Die Deutschen klopfen also auf Holz, sind weiterhin sehr zufrieden, vor allem mit dem Haushaltseinkommen, ihrer Arbeit und dem Familienleben. Mit Blick auf die zweifelhafte Vermögensverteilung und die vielfach enttäuschende Gehaltsentwicklung bedeutet das wohl: In Zukunft kann Wohlstand auch bedeuten, weniger Güter zu besitzen und doch besser zu leben. Die Formel in Bertolt Brechts Dreigroschenoper „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm“ muss in unserem Land neu bewertet werden.

Lesen Sie dazu auch:

Glücksatlas: Hier leben die zufriedensten Deutschen

Noch überraschender ist allerdings die Zufriedenheit einzelner Regionen. Wer hätte gedacht, dass die Menschen in Norddeutschland glücklicher sind als die Bayern, die wegen ihrer wunderbaren Berge und Seen, der Kulturgüter sowie ihrer wirtschaftlichen Stärke so beneidet werden? Glück hat eben nicht nur mit Äußerlichkeiten zu tun. Es geht offenbar auch um gelebte Werte, um Zuversicht.

Der Glücksatlas 2014 legt den Schwerpunkt auf Menschen mit Behinderungen. Gut so, denn das spiegelt auch die gewachsene Bedeutung des Themas Inklusion wider. Was nachdenklich stimmt: 59 Prozent der befragten Frauen und Männer mit Behinderung gaben an, dass ihre Lebenszufriedenheit stark von der Wertschätzung durch die Gesellschaft abhängt. Nur acht Prozent sind der Ansicht, dass mehr staatliche Unterstützung ihre Lebenszufriedenheit steigern würde.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare