Haushalt und Aufschwung

Kommentar: Teures Wachstum

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Barbara Will

Der deutsche Aufschwung hat seinen Preis. In den Staatskassen klafft ein tiefes Loch. Die Konjunkturprogramme, die der Wirtschaft aus der Krise geholfen haben, schlagen sich jetzt im Haushalt nieder. Von Barbara Will

Das Geld war gut investiert, doch weil es seine Wirkung getan hat, ist es richtig, dass die Programme zum Jahresende auslaufen, der Staatstropf wird nicht mehr benötigt. Der Aufschwung gewinnt an Stabilität. Nicht nur der Export brummt, auch Investitionen und Konsum kommen in Schwung.

Die deutsche Wirtschaft lässt mit ihrem rasanten Spurt aus der Krise die anderen europäischen Staaten hinter sich - und genau darin liegt die Gefahr: Ein Land, das einen großen Teil seines Wachstums mit Ausfuhren ermöglicht, braucht Abnehmermärkte. Wenn diese auf der Stelle treten, wird der deutsche Schwung jäh gebremst. Die Erholung würde an Tempo verlieren.

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen sind Forderungen nach Einkommenserhöhungen berechtigt. Die Erhöhungen müssen angemessen sein. Nur wer mehr Geld auf dem Konto hat, kann mehr ausgeben und damit den Konsum stärken, der Deutschland wiederum weniger abhängig vom Export werden lässt.

Quelle: op-online.de

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