Christenverfolgung

Toleranz keine Einbahnstraße

Papst Benedikt hat die blutigen Anschläge auf Christen in Nigeria und auf den Philippinen scharf verurteilt, Bischof Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beklagte erneut die Christenverfolgung im Irak, in Pakistan und Indonesien: Die Kirchen haben in ihrem Einsatz für mehr religiöse Freiheiten weltweit Unterstützung verdient. Dass zu Weihnachten auch von Politikern in Deutschland mit deutlichen Worten die Unterdrückung von Christen in muslimischen Ländern kritisiert wird, zeigt die Brisanz des Themas. Von Peter Schulte-Holtey

Vor allem muss es jetzt darum gehen, die „Schweigespirale“ über die Verfolgung zu durchbrechen. Außenpolitiker dürfen ihre Augen nicht länger verschließen, wenn in Pakistan Hinrichtungen von Christen wegen vermeintlicher Blasphemie gegen den Islam stattfinden sollen, wenn im Iran ein Pfarrer wegen „Glaubensabfall“ vom Islam zum Tode verurteilt, oder wenn die freie Religionsausübung in der Türkei eingeschränkt wird.

Zum Umgang mit dem Islam gehört es, nicht nur den Austausch mit dialogbereiten Muslimen zu pflegen, sondern gleichzeitig in aller Entschiedenheit Verbrechen - wie die Christenverfolgung in vielen Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit - zu verurteilen.

Toleranz ist keine Einbahnstraße. In Europa unternehmen wir große Anstrengungen, um Muslime in unsere Gesellschaften zu integrieren, indem sie ihre Religion frei ausüben können. Dasselbe muss auch für den Umgang mit Christen in allen Teilen der Welt eingefordert werden. Jeder Staat, der die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen unterzeichnet hat, sollte sich an seine Pflichten erinnern.

@peter.schulte-holtey@op-online.de

Quelle: op-online.de

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