Endlager in Privathand?

Kommentar: Tollkühne Vorstellung

Manche Meldungen glaubt man erst, wenn man sie dreimal liest. Die Bundesregierung hat allen Ernstes erwogen, künftige Atommüll-Endlager zu privatisieren, bevor sie diesen Plan unter dem Eindruck negativer Reaktionen eilends auf Eis legte. Von Lorenz von Stackelberg

Das provoziert Fragen nach dem Geisteszustand der Verantwortlichen.

Die Delegierung staatlich kontrollierter Aufgaben an private Organisationen bedeutet, sie mehr oder weniger den Marktkräften auszusetzen. Das schafft im besten Fall optimierte Kosten-Nutzen-Strukturen, kann sie andererseits aber auch zum Spielball egoistischer Interessen machen. Geradezu tollkühn mutet es an, die Entsorgung eines der gefährlichsten Stoffe überhaupt, eines Giftes, das noch Generationen bedrohen wird und das deshalb unter dem Aspekt größtmöglicher Sicherheit zu behandeln ist, in die Hände von Menschen zu legen, die sich womöglich der Gewinnmaximierung verschrieben haben.

Was so alles passieren kann, haben zahlreiche Skandale mit ganz gewöhnlichem Giftmüll eindrucksvoll gezeigt. Wer vor diesem Hintergrund von privaten Atommüllendlagern phantasiert, wird nur eines zuwege bringen: ein neues politisches Schlachtfeld – zur Freude der Oppo sition.

Quelle: op-online.de

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