Nach umstrittenen Waffenlieferungen

Erdogan droht Trump: Deal im Wert von 10 Milliarden US-Dollar könnte platzen

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und US-Präsident Donald Trump auf dem G20-Gipfel in Osaka. 

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei haben schon bessere Zeiten erlebt. Nach der jüngsten Reaktion von US-Präsident Trump, droht Recep Tayyip Erdogan seinem amerikanischen Gegenüber.

Ankara - Das Verhältnis zwischen US-Präsidenten Donald Trump und seinem türkischen Gegenüber Recep Tayyip Erdoğan hat sicherlich schon bessere Zeiten erlebt. Denn die jüngsten Deals zum Kauf von Luftabwehrsystemen schloss die Türkei ausgerechnet mit Russland und verzichteten so auf die, aus den USA stammende Alternative. Statt des US-amerikanischen Patriot-Systems entschloss sich das türkische Militär dazu ihren Luftraum mit dem russischen S-400 Raketenabwehrsystem vor feindlichen Angriffen zu schützen. Ein Stoß vor den Kopf des NATO-Partners. 

Für Donald Trump und das US-Militär nicht nur ein Akt blanker Provokation, sondern auch eine potenzielle Gefahr. So befürchten die Sicherheitsexperten der USA, dass Russland über die in der Türkei stationierten Luftabwehrsysteme wertvolle Informationen über die amerikanischen F-35-Kampfjets erlangen könnten, womit sich Moskau einen erheblichen Informationsvorteil erarbeiten würde. Die Reaktion der USA ließ deshalb auch nicht lange auf sich warten und die Türkei wurde von der Produktion besagter Kampfflugzeuge ausgeschlossen. 

USA schließt Türkei aus F-35-Programm aus - Erdoğan reagiert mit einer Drohung

Erdoğan reagierte ebenfalls auf die Maßnahmen der US-Regierung - wie gewohnt mit einer Drohung. Der Präsident kündigte an, dass die Türkei ihre Kampfjets auch anderswo kaufen könne als in den USA. „Ihr gebt uns keine F-35? Sehr gut, aber in diesem Fall werden wir in dieser Frage Maßnahmen ergreifen und uns an jemand anderes wenden", sagte der türkische Präsident wohl mit einem erneuten Blick in Richtung Moskau. Doch damit nicht genug, denn der 65-Jährige legte jüngst mit einer weiteren Drohung nach, die der amerikanischen Wirtschaft - sollte Erdoğan Ernst machen - mächtig viel Geld kosten könnte. 

Genauer gesagt geht es bei der neusten Drohung des türkischen Präsidenten um eine Bestellung, welche die teilweise verstaatlichte Fluggesellschaft Turkish Airlines beim US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing in Auftrag gegeben hat. Diese umfasst knapp 100 Maschinen vom Typ 787-9 und 737-Max, die Turkish Airlines bereits bestellt haben soll. Wenn es nach Erdoğan geht, ließe sich der Auftrag aber auch schnell wieder rückgängig machen. „Wir sind gute Kunden. Aber wenn das so weitergeht, ob wir wollen oder nicht, müssen wir noch mal darüber nachdenken", meinte der türkische Präsident mit Hinblick auf die Boeing-Bestellung. 

Erdoğan droht Trump: Zehn-Milliarden-Deal vor dem Aus? Erheblicher Schaden für US-Wirtschaft 

Eine Absage seitens der Türkei würde den ohnehin schon krisengeplagten Flugzeugbauer jedoch hart treffen. Nach dem Absturz von zwei 737-Max-Maschinen in den letzten Monaten, sind es keine einfachen Zeiten, die Boeing erlebt. Wie focus.de berichtet soll es bei den Aufträgen um eine Summe von bis zu zehn Milliarden US-Dollar gehen. Also keine Summe, auf die man in Chicago, dem Hauptsitz des Unternehmens, so leicht verzichten könnte. 

Boeing gilt als Big Player in den USA, sodass sich die jüngsten Krisen des Unternehmens sogar auf das Gesamtwachstum der US-Wirtschaft ausgewirkt hat. So ging das Wirtschaftswachstum der USA im letzten Quartal merklich zurück. Erdoğan hat also tatsächlich - sollte er seinen Drohungen wirklich Taten folgen lassen - ein nicht zu unterschätzendes Druckmittel gegen Trump und die USA in der Hand.

Sollte sich Ankara nun auch bei der Anschaffung von neuen Kampfjets vermehrt Moskau zuwenden, jetzt da die USA keine F-35-Maschinen in die Türkei liefern will, könnte eine neue Eskalationsstufe bevorstehen. Wenn sich ein NATO-Partner der USA in seiner Verteidigungsstrategie Russland zuwendet, kann das nichts sein, was US-Präsident Donald Trump gefallen wird.

Unterdessen hat die türkische Zentralbank in der Lira-Krisen einen ungewöhnlichen Schritt gemacht und könnten nun Hilfe vom deutschen Autobauer VW erhalten. 

Im August 2019 könnte es auch an anderen Fronten zur Eskalation kommen. Erdogan kündigt eine Militäroffensive in Nordsyrien an.

Unter dem Vorwurf der Verbindungen zu Terroristen hat die Regierung um Präsident Erdogan nun drei pro-kurdische Bürgermeister abgesetzt. Derweil eskaliert der Konflikt in Syrien.

Stärker als erwartet wächst die Wirtschaft in der Türkei aktuell. Gleichzeitig gibt es in Erdogans AKP aber Neuerungen - denn ein wichtiger Politiker muss gehen.

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fd

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