Schule machen

Kommentar zur Unterstützung für Reformmodelle

Klare Sache: Wenn unser Land wirksamer den Mangel an qualifizierten Schulabgängern bekämpfen will, muss in Schulen investiert werden. Von Peter Schulte-Holtey

Vor allem der Bereich der frühkindlichen Bildung wird aber immer noch vernachlässigt, viele sozial benachteiligte Kinder fallen schon im Vorschulalter oder an den Grundschulen weit zurück; mit Bildungsgleichheit hat das nichts zu tun. Wer nach brauchbaren Reformkonzepten sucht, kommt an der „Flexiblen Eingangsstufe“ nicht vorbei. Sie wird bereits an Dutzenden Schulen in Hessen erprobt; sie erlaubt es Grundschülern unter anderem, die ersten beiden Schuljahre in jahrgangsübergreifendem Unterricht in ein, zwei oder drei Jahren zu absolvieren. Ähnlich ist auch das Modell an der Frankfurter Römerstadtschule. Knapp 300 Kinder aus über 30 Nationen lernen dort. Es ist bezeichnend, dass es ausgerechnet diese Schule - als einzige Hessens - in die letzte Runde für den Deutschen Schulpreis geschafft hat.

Was dort vorgemacht wird, sollte : Es wird jahrgangsübergreifend gearbeitet. Ein Team von vier Lehrkräften ist für eine Lerngruppe von jeweils etwa 50 Kindern im Alter zwischen 5 und 11 Jahren zuständig. Dem Team wurde von der Schulleitung ein großes Maß an Eigenverantwortung zugebilligt. Zum Beispiel erstellt es den Stundenplan selbst. So entwickeln sie die Schule demokratisch weiter.

Wenn das Lernen in altersgemischten Gruppen in ähnlichen Modellen erfolgreich sein soll, brauchen Lehrer aber die nötigen Ressourcen und den Freiraum, um den Unterricht zu modernisieren. Sie brauchen auch Eltern, die den Nutzen solcher Reformen anerkennen und unterstützen. Auf die Pädagogen an Modellschulen kommt Schwerstarbeit zu. Aber es ist sicherlich ein lohnenswerter Weg, um mehr Chancengleichheit zu ermöglichen.

Quelle: op-online.de

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