Kritik an Hilfsorganisation

Kommentar: Vertrauen erschüttert

Es gibt kaum ein Engagement, das moralisch so wenig Angriffsfläche bietet wie der Kampf gegen Kindesmissbrauch. Auch der Einsatz von Stephanie zu Guttenberg für die in die Schlagzeilen geratene Organisation „Innocence in Danger“ ist grundsätzlich lobenswert. Von Peter Schulte-Holtey

Dass die öffentliche Diskussion über die Kinderschützer derzeit so falsch läuft, zeigt aber, dass sich die umtriebige Ehefrau des Verteidigungsministers entweder auf die falschen Berater verlässt oder nur ungenügende Kontrolle ausübt. Denn eines muss sich der Hilfsverein sicherlich vorwerfen lassen: Spendenwillige, die sich schnell einen Überblick über die Aufwendungen für Projekte verschaffen wollen, werden enttäuscht.

Die Verantwortlichen werden sich dem Problem stellen müssen: Wer spendet denn noch an einen Hilfsverein, der im Ruch eines intransparenten Geschäftsgebarens steht? Das Vertrauen ist jedenfalls erschüttert - und das wird auch so bleiben, solange die Kraft zu einem wirklichen Neuanfang fehlt. Dazu gehört auch die Klärung, ob das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen nicht doch ein Vertrauensbeweis ist, der für viele Spender entscheidend ist und dessen Wert von der Geschäftsführung von „Innocence in Danger“ sträflich unterschätzt wird.

Quelle: op-online.de

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