Vorwahlen in den USA

Absage der Vorwahlen in New York sorgt für Streit bei den Demokraten

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus ist die Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat New York abgesagt worden. Das sorgt für Ärger.

  • US-Wahl 2020*: US-Demokraten suchen Herausforderer von Donald Trump
  • Joe Biden als einziger Kandidat noch im Rennen 
  • Bernie Sanders, Barack Obama und Elizabeth Warren unterstützen Biden

Update vom Donnerstag, 30. April, 10.50 Uhr: Gegen Joe Biden werden Vorwürfe der Vergewaltigung laut.

Update vom Montag, 27.04., 21.45 Uhr: Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ist im Grunde schon längt gelaufen. Nach dem Rückzug von Bernie Sanders ist der frühere Vizepräsident Joe Biden als einziger Bewerber übrig geblieben. Trotzdem stehen noch immer einige Vorwahlen auf dem Programm – zumindest theoretisch. Denn seitdem der neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 die USA fest im Griff hat, ist der Vorwahlkampf völlig in den Hintergrund gerückt. Schon länger stellt sich die Frage, ob die noch ausstehenden Vorwahlen überhaupt noch abgehalten werden sollen. 

Der US-Bundesstaat New York jedenfalls verzichtet darauf. Die demokratischen Mitglieder des Wahlvorstands des Bundesstaates haben jetzt die Vorwahl abgesagt. New York ist damit der erste US-Bundesstaat, der die demokratische Vorwahl - zum ersten Mal in seiner Geschichte - ganz absagt. 

Die Vorwahl war ursprünglich für Ende April terminiert und war dann wegen der Corona-Pandemie zunächst auf den 23. Juni verschoben worden. Unterstützer von Sanders hatten trotz dessen Rückzugs gefordert, eine Abstimmung in New York abzuhalten. Dies vor allem deshalb, weil Sanders genügend Delegierte sammeln will, um später in diesem Sommer in den Parteikomitees der Partei vertreten zu sein. Das würde seinen Anhängern einen gewissen Einfluss auf die Parteilinie verschaffen. 

„Was die Sanders-Kampagne wollte, ist im Grunde ein Schönheitswettbewerb, der in der Situation einer Gesundheits-Krise unnötig und sogar frivol erscheint“, sagte der demokratische Co-Vorsitzende des Wahlvorstands, Douglas Kellner. Ganz anders sieht das dagegen die New Yorker Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die die Entscheidung als „völlig falsch“ bezeichnete.  

Demokraten setzen auf Joe Biden: Auch Elizabeth Warren unterstützt Kandidatur

Update vom Mittwoch, 15.04., 17.10 Uhr: Die US-Demokraten stehen im Wahlkampf gegen Donald Trump voll hinter Joe Biden. Nach Bernie Sanders und Barack Obama hat nun auch die frühere Bewerberin Elizabeth Warren dem designierten US-Präsidentschaftskandidaten Joe ihre Unterstützung zugesagt. Die Senatorin vom linken Flügel der Partei erklärte in einem Internetvideo, es sei in diesen Krisenzeiten wichtiger denn je, „dass der nächste Präsident den Glauben der Amerikaner an gute, effektive Regierungsführung wieder herstellt“.

Biden wisse, dass eine mit „Integrität, Kompetenz und Herz“ geführte Regierung Leben und Existenzen rette, sagte die 70-Jährige weiter. „Wir können nicht zulassen, dass Donald Trump weiter das Leben und die Existenz jedes Amerikaners gefährdet. Deswegen bin ich stolz, Joe Biden zu unterstützen.“ 

Die Corona-Pandemie wirft derzeit riesige Schatten auf den Wahlkampf. Großveranstaltungen wurden bis auf Weiteres abgesagt. Während Donald Trump in der Corona-Krise in den Medien dauerpräsent ist, hat Biden große Schwierigkeiten, sich Gehör zu verschaffen. Der 77-Jährige hat sich in sein Haus im Bundesstaat Delaware zurückgezogen und wendet sich mit Videobotschaften an seine Anhänger.

Barack Obama sagt Joe Biden Unterstützung zu

+++ 20.37 Uhr: Der frühere US-Präsident Barack Obama hat dem designierten Präsidentschaftskandidaten seiner Demokratischen Partei, Joe Biden, offiziell seine Unterstützung ausgesprochen. In einer Videoansprache sagte Obama am Dienstag (14.04.2020), sein einstiger Stellvertreter habe „alle Qualitäten, die wir gerade jetzt bei einem Präsidenten benötigen“. Biden könne die USA durch „eine der dunkelsten Zeiten“ ihrer Geschichte führen und in einer langen Genesungsphase „heilen“. 

„Joe als meinen Vizepräsidenten auszuwählen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, und er ist ein enger Freund geworden“, sagte Obama weiter. Er sei „stolz“, Biden jetzt bei seiner Kandidatur zu unterstützen. 

Mit der Unterstützung des beliebten Ex-Präsidenten bekommt Joe Biden im Rennen gegen Amtsinhaber Donald Trump symbolisch wichtige Rückendeckung. Obama hatte sich aus dem Vorwahlkampf seiner Partei herausgehalten und keinem der Bewerber offen seine Unterstützung ausgesprochen. Inzwischen steht Biden als Präsidentschaftskandidat fest. Er hatte Obama acht Jahre lang als Stellvertreter gedient.

US-Wahlkampf: Sanders sagt Rivale Biden seine Unterstützung zu

Update, 14.04.2020, 10.45 Uhr: Zunächst hatte Bernie Sanders noch gezögert. Doch jetzt ist es soweit: Knapp eine Woche nach seinem Ausstieg aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten hat Sanders seinem einstigen Rivalen Joe Biden offiziell seine Unterstützung im US-Wahlkampf zugesichert. 

Der 78-jährige Senator rief die US-Bürger in einem gemeinsamen Livestream mit Biden auf, den künftigen Präsidentschaftskandidaten der Oppositionspartei zu unterstützen. Es sei „unerlässlich“, dass nun alle an einem Strang zögen, um eine Wiederwahl von Donald Trump zu verhindern. 

Bernie Sanders nennt Trump den „gefährlichste Präsident der jüngeren US-Geschichte“

„Ich rufe alle Amerikaner - alle Demokraten, alle Unabhängigen, auch viele Republikaner - auf, sich in diesem Wahlkampf zu vereinen, um Deine Kandidatur zu unterstützen, hinter die ich mich stelle“, sagte Sanders an Biden gerichtet. Trump sei der „gefährlichste Präsident der jüngeren US-Geschichte“. „Wir müssen dafür sorgen, dass Trump ein Präsident mit nur einer Amtszeit wird, und wir brauchen Dich im Weißen Haus“, fuhr Sanders fort. „Ich werde alles tun, damit dies geschieht, Joe.“ 

Joe Biden gewinnt Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin

Biden zeigte sich angesichts der Unterstützung durch Sanders „zutiefst dankbar“. „Du warst die einflussreichste Stimme für ein faires und gerechteres Amerika“, sagte der frühere Vizepräsident an Sanders gerichtet. „Du hast die Interessen dieser Nation und die Notwendigkeit, Donald Trump zu besiegen, über alles andere gestellt.“ Wie Sanders gesagt habe, gehe es jetzt „nicht um das Ich, sondern um das Uns“, fügte Biden hinzu, der zugleich die Wahl in Wisconsin vom 7.4. für sich entschied. Eine Woche nach der Abstimmung dort verkündeten US-Medien in der Nacht zu Dienstag das vorläufige Ergebnis. 

Biden wandte sich auch an Sanders’ Anhänger. „Ich sehe euch, ich höre euch, ich verstehe die Dringlichkeit dessen, was in diesem Land getan werden muss, und ich hoffe, dass ihr euch uns anschließen werdet“, sagte er. „Ich werde euch dringend brauchen.“ 

Der Website RealClearPolitics zufolge kommt Biden in aktuellen Umfragen im Durchschnitt auf eine 5,9 Prozent höhere Zustimmung als Trump.

USA: Biden erfolgreich - Sanders steigt aus

Update, 08.04.2020, 19.33 Uhr: Nachdem Bernie Sanders im Rennen um die US-Vorwahl wohl raus ist, ist der Weg für Joe Biden als Herausforderer von Donald Trump frei.

Update, 18.03.2020, 15.11 Uhr: Nach seiner erneuten Vorwahlschlappe prüft der linksgerichtete US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders, ob er im Rennen bleibt oder aussteigt. „Senator Sanders wird Gespräche mit seinen Unterstützern führen, um seine Kampagne zu beurteilen“, erklärte sein Sprecher Faiz Shakir am Mittwoch. 

Die nächste Vorwahl findet nach jetzigem Stand erst in mindestens drei Wochen statt. Die Coronavirus-Pandemie hat den Vorwahlkalender der US-Demokraten stark durcheinandergebracht, mehrere Vorwahlen wurden verschoben.

Wahlkampf in den USA: Bernie Sanders könnte von den Wahlen zurücktreten

Update, 18.03.2020, 7.00 Uhr: Der Demokrat Joe Biden ist der Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten einen großen Schritt näher gekommen. Bei den von der Coronavirus-Krise überschatteten Vorwahlen gewann der 77-Jährige in Florida, Illinois und Arizona und damit in allen drei Bundesstaaten, in denen am Dienstag abgestimmt wurde. Nun richten sich alle Augen auf seinen linksgerichteten Rivalen Bernie Sanders: Der Senator muss entscheiden, ob er weiter im Rennen bleibt oder aufgibt. 

Einen wahren Erdrutschsieg fuhr Biden im bevölkerungsreichen und damit besonders wichtigen Florida ein: Prognosen zufolge landete der hoch favorisierte Mitte-Politiker mit rund 60 Prozent etwa 40 Prozentpunkte vor Sanders. Auch in Illinois und Arizona fielen die Siege US-Medien zufolge deutlich aus.

Update, 17.03.2020, 12.38 Uhr: Im Duell der demokratischen Präsidentschaftsbewerber  Joe Biden und Bernie Sanders steht an diesem Dienstag in den USA die nächste große Vorwahl-Runde an. Abgestimmt wird in mindestens drei Bundesstaaten: Arizona, Florida und Illinois. 

Auch in Ohio sollte gewählt werden. Wegen der Gefahren des Coronavirus Sars-CoV-2 ordnete die Gesundheitsbehörde jedoch kurzfristig an, dass die Wahllokale geschlossen bleiben sollen. Es sei inakzeptabel, Wähler und Wahlhelfer während einer solchen Gesundheitskrise einem Infektionsrisiko auszusetzen, schrieb Gouverneur Mike DeWine am Montagabend (Ortszeit) zur Begründung auf Twitter.

In den anderen drei Staaten sollen die Wahllokale wie geplant gegen Mittag deutscher Zeit öffnen. Ergebnisse werden nach deutscher Zeit erst am Mittwoch erwartet.

Wahlkampf in den USA: Coronavirus beeinträchtigt Vorwahlen

Update, 15.03.2020, 08.50 Uhr: Die Präsidentschaftsvorwahlen in den USA treten aufgrund der Coronavirus-Pandemie immer mehr in den Hintergrund. Ähnlich wie der Sport kann auch die Politik ihre Terminpläne nicht mehr einhalten. Nach Louisiana hat nun auch der US-Bundesstaat Georgia die Präsidentschaftsvorwahlen der Demokraten und Republikaner auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die für den 24. März geplante Vorwahl ist nun für den 19. Mai vorgesehen, teilte die Regierung von Georgia am Samstag mit. Die Gesundheit der Wahlhelfer, ihrer Familien und der gesamten Bevölkerung habe für ihn „oberste Priorität“, erklärte der geschäftsführende Regierungsbeamte Brad Raffensperger.

Am 24. März wollten sowohl die oppositionellen Demokraten als auch die Republikaner von US-Präsident Donald Trump in Georgia ihre Vorwahlen abhalten. Nach 66 bestätigten Coronavirus-Fällen und einem Todesfall rief Gouverneur Brian Kemp am Samstag jedoch den Gesundheitsnotstand aus.

Coronavirus-Krise: Louisiana als erster US-Bundesstaat die Präsidentschaftsvorwahl

Update, 13.03.2020, 18.10 Uhr: Wegen der Coronavirus-Krise verschiebt Louisiana als erster US-Bundesstaat die Präsidentschaftsvorwahl der oppositionellen Demokraten. Die für Anfang April geplante Vorwahl werde auf den 20. Juni verschoben, sagte ein Vertreter des Bundesstaates am Freitag. In Louisiana wurde wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 zudem der Notstand ausgerufen.

Louisiana ist der erste Bundesstaat, der Vorwahlen wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 verschiebt. Bevor bei großen Nominierungsparteitagen im Sommer die Präsidentschaftskandidaten der Parteien für die Wahl im November gekürt werden sollen, sind noch in zahlreichen Bundesstaaten Vorwahlen geplant. In 24 Staaten wurden sie bereits abgehalten. Am Dienstag soll in Florida, Arizona, Illinois und Ohio gewählt werden.

Die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten steigt auch in den USA immer weiter an. Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge liegt die Zahl der Coronavirus-Fälle bei mehr als 1600. Mehr als 40 Tote wurden verzeichnet. Es dürfte eine hohe Dunkelziffer geben, weil bislang vergleichsweise wenig Tests durchgeführt wurden.

Update, 11.03.2020, 13.45 Uhr: Es gibt doch noch halbwegs positive Nachrichten für Bernie Sanders. Prognosen zufolge hat der 78-Jährige die Vorwahl im US-Bundesstaat North Dakota gewonnen. Das ist allerdings angesichts der deutlichen Niederlagen in Idaho, Michigan, Missouri und vor allem Mississippi, wo Joe Biden allein 81 Prozent der Stimmen erhielt, nur ein schwacher Trost für Sanders. Im Bundesstaat Washington liefern sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem Sanders derzeit einen Vorsprung von 2084 Stimmen hat. Allerdings sind erst 67 % der Wahlbezirke ausgezählt.

Update, 11.03.2020, 07.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich in allen sechs Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur seiner Republikaner am Dienstag (Ortszeit) zum Sieger erklärt. Trump bedankte sich auf Twitter bei den Wählern in den Bundesstaaten Idaho, Washington, North Dakota, Michigan, Missouri und Mississippi für deren Unterstützung. Anders als die Demokraten halten Trumps Republikaner nur pro forma Vorwahlen ab. Trump hat intern keinen ernsthaften Herausforderer und ist als Kandidat seiner Partei für die Wahl im November gesetzt. Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten die Vorwahlen gleich ganz abgesagt. 

Von den bislang bei den Republikaner-Vorwahlen vergebenen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August hat Trump so gut wie alle gewonnen. In jenen Bundesstaaten, wo Vorwahlen der Republikaner stattfanden, hat Trump diese Abstimmungen in der Regel mit mehr als 90 Prozent der Stimmen gewonnen.

Update, 11.03.2020, 06.30 Uhr: Der US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat bei den Vorwahlen der Demokraten seinen Siegeszug fortgesetzt. Der frühere Vizepräsident gewann laut Prognosen am Dienstag in mindestens vier von sechs Bundesstaaten: Er siegte in Idaho, Michigan, Mississippi und Missouri gegen seinen linksgerichteten Rivalen Bernie Sanders und konnte damit seine Favoritenrole ausbauen. Der 77-jährige Mitte-Politiker versprach am Wahlabend ein „Comeback für die Seele dieser Nation“. Ergebnisse aus den Bundesstaaten North Dakota und Washington standen zunächst aus. 

US-Vorwahl: Biden ruft Sanders zur Zusammenarbeit auf

Michigan kam bei dieser Vorwahlrunde aber ohnehin die zentrale Rolle zu: Dort wurden 125 und damit besonders viele der Parteitagsdelegierten vergeben, die im Juli den Herausforderer von Präsident Donald Trump nominieren werden. Insgesamt wurde über 352 der 3979 Delegierten entschieden. Sie werden proportional zum Wahlergebnis der Bewerber verteilt. 

Biden rief Sanders noch am Wahlabend zur Zusammenarbeit auf. „Wir haben ein gemeinsames Ziel. Zusammen werden wir Donald Trump besiegen“, sagte der 77-Jährige in einer Ansprache. „Wir werden diese Nation zusammenbringen.“ Er danke Sanders und seinen Anhängern für ihre „unermüdliche Energie und Leidenschaft“.

Zuvor hatten Biden und Sanders Wahlkampfauftritte im US-Bundesstaat Ohio abgesagt. Dort wurden laut dortigem Gesundheitsministerium drei Menschen positiv auf den Coronavirus-Erreger Sars-CoV-2 getestet, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Update, 05.03.2020, 17.01 Uhr: US-Senatorin Elizabeth Warren steigt aus dem Präsidentschaftsrennen der Demokraten aus. Mehrere US-Medien berichteten, dass die linksgerichtete Politikerin nach ihrem schlechten Abschneiden am Superwahltag „Super Tuesday“ das Handtuch werfe. Bestätigt ist das bisher noicht. Es wird aber allgemein erwartet, dass Warren sich in Kürze zu ihrem Rückzug äußert.

Eine Wahlempfehlung für ihren ebenfalls linksgerichteten Konkurrenten Bernie Sanders gab Warren bisher nicht ab. Damit wird die Präsidentschaftskandidatur zu einem Duell zwischen Bernie Sanders und dem als gemäßigt geltenden Joe Biden. Der ebenfalls noch im Rennen befindlichen Tulsi Gabbard werden keinerlei Chancen eingeräumt. 

Update, 04.03.2020, 16.18 Uhr: US-Milliardär Michael Bloomberg ist aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nach Informationen seines Wahlkampfstabs ausgestiegen. Der ehemalige Bürgermeister von New York hatte am Dienstag in Florida Wahlkampf gemacht. Fortan will Bloomberg den früheren Vizepräsidenten Joe Biden unterstützen. Das Wichtigste sei, bei der Präsidentschaftswahl im November Amtsinhaber Donald Trump zu besiegen, erklärte Bloomberg.

Er hatte mehr als eine halbe Milliarde Dollar investiert und bislang lediglich am „Super Tuesday“ im Außengebiet Amerikanisch-Samoa fünf von insgesamt sechs Delegiertenstimmen gewonnen. 

„Super Tuesday“: Fulminanter Erfolg von Joe Biden bei US-Vorwahlen

Update, 04.03.2020, 13.15 Uhr: Noch immer sind bei den US-Vorwahlen noch nicht alle Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis fällt dennoch recht eindeutig aus. Der frühere Vizepräsident Joe Biden konnte mindestens neun von 14 Bundesstaaten gewinnen, in denen beim „Super Tuesday“ abgestimmt wurde. Für den Bundesstaat Maine lagen in der Nacht zu Mittwoch zunächst keine Prognosen über einen Sieger vor. Dort lag Biden nach 73 Prozent der ausgezählten Wahlbezirke mit knapp 1700 Stimmen vor Bernie Sanders.

Biden kann auf starken Rückhalt bei schwarzen Wählern bauen und konnte am Dienstag teils fulminante Erfolge in südlichen Bundesstaaten einfahren. So lag er etwa in Alabama nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission des Bundesstaats bei mehr als 63 Prozent der Stimmen, Sanders kam dort auf knapp 17 Prozent. In Virginia lag Biden nach vorläufigen Ergebnissen der dortigen Wahlkommission rund 30 Prozentpunkte vor Sanders.

Trotzdem gab sich auch Sanders zuversichtlich. „Heute Abend sage ich euch mit absoluter Zuversicht, dass wir die demokratische Nominierung gewinnen werden und wir den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte dieses Landes schlagen werden“, sagte Sanders in Vermont.

Donald Trump hat innerhalb seiner Partei keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgesagt. Am Dienstag hielten sie aber auch in 13 der 14 „Super Tuesday“-Staaten Vorwahlen ab. Trump erklärte sich in allen diesen Bundesstaaten zum Sieger.

Joe Biden legt Siegesserie hin

Update, 04.03.2020, 08.10 Uhr: Joe Bidens Triumpmarsch geht weiter. Der frühere Obama-Vize gewann am „Super Tuesday“ laut Prognosen auch die Vorwahlen in Texas.  Das meldeten die Sender NBC und Fox News am frühen Mittwochmorgen. Damit hat Joe Biden bisher neun von 14 Bundesstaaten gewonnen.

Update, 04.03.2020, 06.00 Uhr: Damit hatte vorher kaum jemand gerechnet. Der frühere Vizepräsident Joe Biden hat bei den Vorwahlen am „Super Tuesday“ eine unerwartete Siegesserie hingelegt und besitzt nun gute Karten im US-Präsidentschaftsrennen der Demokraten. Nach Prognosen von TV-Sendern über den Ausgang von zunächst elf Vorwahlen gewann Biden in den Bundesstaaten North Carolina, Virginia, Alabama, Tennessee, Minnesota, Oklahoma, Arkansas und Massachusetts. 

Dem bisher führenden Senator Bernie Sanders sagen Fernsehsender drei Siege voraus: In seinem Heimat-Bundesstaat Vermont, in Colorado und in Utah. Auch in Kalifornien dürfte Sanders die Nase vorn haben. Dort ging der Sender Fox News schon so weit, den 78-Jährigen zum Gewinner zu erklären. Die Sender CNN und CBS berichteten zurückhaltender über eine Führung Sanders. Sollte sich dessen Sieg bestätigen, wäre das ein wichtiger Erfolg für Sanders. Immerhin geht es in Kalifornien um 415 Delegiertenstimmen, die beim Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli den Präsidentschaftskandidaten der Partei offiziell bestimmen werden, und damit um deutlich mehr als in den anderen 13 Bundesstaaten, in denen am Dienstag abgestimmt wurde. Sanders kann in Kalifornien auf breite Unterstützung bei Latinos bauen.

Offen waren außerdem noch die Ergebnisse in Maine und dem Schwergewicht Texas, in dem sich Biden und Sanders ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. In beiden staaten geht die Tendenz allerdings Richtung Joe Biden.

Update, 04.03.2020, 05.20 Uhr: Bittere Niederlage für Elizabeth Warren in ihrem Heimat-Bundesstaat Massachusetts.  Im US-Präsidentschaftsrennen der Demokraten hat die Senatorin eine Niederlage eingesteckt. Nach Prognosen hat in Massachusetts der frühere US-Vizepräsident Joe Biden gewonnen, wie die US-Fernsehsender NBC und Fox News am Dienstagabend (Ortszeit) nach Schließung der Wahllokale in dem Staat im Nordosten der USA meldeten. 

Schlappe für Michael Bloomberg

Der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat nach bisherigem Stand keine großen Siege vorzuweisen. Nach den ersten Prognosen aus zehn Bundesstaaten konnte Bloomberg bei dem großen Vorwahl-Marathon der Demokraten keinen einzigen Staat für sich gewinnen. Er überschritt demnach zwar in mehreren Bundesstaaten die Schwelle von 15 Prozent der Stimmen, um sich einzelne Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer zu sichern, bei denen die Partei ihren Präsidentschaftskandidaten kürt. Er schaffte es aber in keinem der Staaten auf den ersten Rang.

Sanders in Colorado vorne

Der linke Senator Bernie Sanders kann nach Prognosen seinen zweiten Sieg am „Super Tuesday“ verbuchen. Die Sender ABC, NBC und Fox News sahen den 78-Jährigen als Gewinner bei der Vorwahl im Bundesstaat Colorado. Zuvor hatten Fernsehsender Sanders Sieg in dessen Heimat-Bundesstaat Vermont vorausgesagt. Sanders schrieb auf Twitter: „Danke, Colorado!“

Erstmeldung:

Washington - Auftakt zum „Super Tuesday“ in den USA: Die ersten Wahllokale öffneten am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr (Ortszeit/12.00 Uhr MEZ) im Bundesstaat Virginia an der Ostküste der USA. In mehr als einem Dutzend der 50 US-Bundesstaaten wird darüber abgestimmt, welcher Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 3. November den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern soll.

„Super Tuesday“: Wichtigster Tag für die Demokraten

Es geht um die Stimmen von mehr als einem Drittel aller Delegierten, die beim Nominierungsparteitag im Sommer letztlich den Präsidentschaftskandidaten bestimmen. Somit ist der „Super Tuesday“ der wichtigste Tag im Rennen um die Kandidatur der Demokraten.  

Bei den Demokraten liegt nach bislang vier Vorwahlen der linke Senator Bernie Sanders in Führung. Der 78-Jährige ist auch in landesweiten Umfragen Spitzenreiter. Einen gewaltigen Schub bekam kurz vor dem „Super Tuesday“ allerdings der frühere Vizepräsident Joe Biden: Die ausgeschiedenen Bewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O'Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, nun die Kandidatur des 77-Jährigen zu unterstützen.

Buttigieg, der frühere Bürgermeister von South Bend (Indiana), hatte am Sonntag seinen Rückzug aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten erklärt. Am Montag folgte Senatorin Klobuchar. Der frühere Kongressabgeordnete O'Rourke war schon im November ausgestiegen. O'Rourkes Empfehlung hat im wichtigen „Super Tuesday“-Bundesstaat Texas dennoch Gewicht: Er stammt aus Texas und hat den Bundesstaat im Kongress vertreten.

Die Unterstützungserklärungen für Joe Biden* sollen das gespaltene moderate Lager einen und eine Nominierung des linken Kandidaten Sanders verhindern. Der wichtigste Konkurrent Bidens aus dem moderaten Lager tritt allerdings erst jetzt ins Rennen ein: Der Multimilliardär und frühere New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg steht am „Super Tuesday“ erstmals auf den Wahlzetteln.

Wo wird am „Super Tuesday“ gewählt? 

In folgenden 14 Bundesstaaten: Alabama, Arkansas, Colorado, Kalifornien, Maine, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Utah, Vermont und Virginia. Gewählt wird zudem im US-Außengebiet Samoa, auch die Demokraten im Ausland beginnen ihre Abstimmung, die noch bis zum 10. März dauert. 

Das Kandidatenfeld der Demokraten 

  • Joe Biden, früherer US-Vizepräsident (hat bisher 54 Delegiertenstimmen gewonnen)
  • Michael Bloomberg, früherer Bürgermeister von New York (bisher 0 Stimmen)
  • Tulsi Gabbard, Kongressabgeordnete aus Hawaii (0 Stimmen)
  • Bernie Sanders, Senator aus Vermont (60 Stimmen)
  • Elizabeth Warren*, Senatorin aus Massachusetts (8 Stimmen)

Und was ist mit den Republikanern am „Super Tuesday“?

Der Kandidat der Republikaner steht im Grunde schon lange fest, US-Präsident Donald Trump hat bereits am Tag seiner Amtseinführung 2017 seine Kandidatur bekanntgegeben. Später fügte er dann noch sein neues Wahlkampfslogan hinzu: „Keep America Great“, auf Deutsch in etwa: Sorgt dafür, dass Amerika großartig bleibt. In die Wahl 2016 war Trump mit dem Slogan „Make America Great Again“ gezogen („Macht Amerika wieder großartig“). Trump nannte dies den besten Wahlkampfslogan der Geschichte.

Trumps erneute Kandidatur bedeutet aber nicht, dass er nicht auch von republikanischer Seite herausgefordert werden könnte. Gegenkandidaten gibt es tatsächlich, und zwar:

  • Roque de la Fuente, Geschäftsmann aus Kalifornien
  • Joe Walsh, ehemaliger Kongressabgeordneter von Illinois 
  • Bill Weld, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts

Chancen haben sie alle drei nicht. Immerhin aber ist es Weld bei den bisherigen Vorwahlen gelungen, eine einzelne Stimme zu gewinnen. Am „Super Tuesday“ dürfte Trump ebenfalls ein Durchmarsch gelingen.

(cs/skr mit Agenturen)

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Evan Vucci

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