„Wahl-O-Mat“ zur Landtagswahl

Bayern klickt, Hessen blättert

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Der „Wahl-O-Mat“ hat sich als Informationsquelle für politische und gesellschaftliche Fragen längst durchgesetzt.

Offenbach - In Hessen bleiben die Verantwortlichen bei politischer Bildung konservativ. Statt jungen Wählern nach dem Vorbild Bayerns oder Bremens auch zur hessischen Landtagswahl den beliebten „Wahl-O-Mat“ anzubieten, gibt die hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) lieber Geld für klassische Info-Broschüren und Plakate aus. Von Jenny Bieniek

Vor allem bei den Jugendorganisationen der etablierten Parteien in Hessen macht sich deshalb Unmut breit. Als nicht mehr zeitgemäß kritisieren sie die Entscheidung der HLZ, für die anstehende Landtagswahl keinen „Wahl-O-Mat“ einzurichten. Denn das interaktive Frage-Antwort-Instrument ist vor allem bei jungen Wählern beliebt, eben bei denjenigen, die es in besonderem Maße für die Wahl am 22. September zu motivieren gilt. Mit Broschüren und Schautafeln dagegen, so der Tenor der jungen Parteianhänger, seien politikverdrossene Jugendliche nicht hinterm Ofen hervorzulocken.

So kritisiert die Junge Union Hessen, dass die HLZ verkenne, dass ein „Wahl-O-Mat“ für viele junge Menschen inzwischen zur politischen Kultur gehöre. „Es ist völlig unverständlich, warum die HLZ sich nicht in der Lage sieht, ein solches Instrument politischer Willensbildung anzubieten“, erklärte Landesvorsitzender Stefan Heck in einer Pressemitteilung.

Kein Geld für einen „Wahl-O-Mat“

Wie der Direktor der Zentrale, Bernd Heidenreich, auf Nachfrage gegenüber anderen Medien mitteilte, sei schlicht kein Geld da, um einen „Wahl-O-Mat“ mit hessischen Themen zu bestücken und freizuschalten. Dabei kann von Geldknappheit keine Rede sein: Mit einem Jahresbudget von drei Millionen Euro plus 50 000 Euro Zuschuss fürs Wahlkampfjahr 2013 sollte die mit Steuergeldern finanzierte HLZ eigentlich genug Handlungsspielraum haben. Doch die investierte das Geld anderweitig. Rund 50.000 Euro habe man in Bücherpakete und Plakate für Schulen gesteckt, so Heidenreich. Dieser „pädagogische Ansatz“ sei eine sinnvolle Ergänzung zum Angebot der Bundeszentrale.

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Quelle: op-online.de

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