EU will zum Wassersparen zwingen

Offenbach - Nach der Glühbirne haben sich Beamte der Europäischen Union ein neues Ziel für Verbote ausgesucht. „Diesmal sollen Bad-Armaturen dran glauben, wenn sie nicht Wasser sparen“, berichtet die Zeitung „Welt“ mit Bezug auf einen vertraulichen Arbeitsplan.

Die EU-Kommission arbeitet demnach an weiteren Auflagen, um den Umweltschutz zu verbessern und die Bürger zum Wassersparen zu zwingen. Wie das Blatt berichtet, existiert ein 17-seitiger Arbeitsplan mit sieben Produktgruppen, die auf Ressourceneffizienz getrimmt werden sollen. Eine der Gruppen seien „wasserbezogene Produkte, zum Beispiel Wasserhähne und Duschköpfe“. Die anderen der sieben Gruppen umfassen unter anderem Fenster, Stromkabel, Server-Computer in Unternehmen und Weinkühlschränke.

Jeder Neubau und jede Renovierung in bald 28 Mitgliedstaaten in der Europäischen Union würde von der geplanten Neuregelung betroffen sein. Hintergrund für den Vorstoß sei die sogenannte Ökodesign-Richtlinie, die auch schon Grundlage für das Glühbirnen-Verbot war. Den Auftrag zu dieser Ausweitung habe die Kommission nicht vom Gesetzgeber erhalten, sondern sich selbst vorgenommen: Ein „ressourceneffizientes Europa“ gehöre zu ihren selbst gesetzten Zielen.

Den Angaben zufolge sollen nun Studien zum Einsparpotenzial erstellt werden, daraufhin könnte ein Regelungsausschuss aus Mitgliedstaaten und Verbänden über einen künftigen Gesetzesvorschlag zum Verbot herkömmlicher Armaturen beraten.

Kritiker melden sich schon zu Wort: „Die Richtlinie ist ein Musterstück aus Planwirtschaft und politischem Dirigismus. Mit ihrem Arbeitsplan betreten EU-Beamte bereits das Badezimmer der Bürger“, zitiert die „Welt“ den FDP-Europaabgeordneten und Umweltpolitiker Holger Krahmer.

psh

Quelle: op-online.de

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