Wulff verlangt Unterstützung für Bundeswehr

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Bundespräsident Christian Wulff in Hammelburg.

Hammelburg - Bundespräsident Christian Wulff hat mehr Rückendeckung für die Bundeswehr-Soldaten in Auslandseinsätzen wie in Afghanistan gefordert.

Zugleich würdigte er die Debatte über die geplante Bundeswehrreform als verantwortungsvoll. “Ich empfinde eine besondere Fürsorgepflicht für die Soldaten“, sagte Wulff am Mittwoch im Truppenübungsdorf “Bonnland“ nahe der unterfränkischen Stadt Hammelburg. “Das sollten wir übrigens alle empfinden, (...), für Ihre Einsätze Rückenstärkung geben“, sagte er. Vier Monate nach seinem Amtsantritt überzeugte sich der Bundespräsident als Gast einer Übung vom Können und der Schlagkraft einer Jägerpatrouille.

Die 14 Soldaten trainierten in “Bonnland“ den Häuserkampf für den Auslandseinsatz. “Ich bin schwer beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, mit der alle ihren Beruf gewählt haben und ausüben“, sagte er nach Gesprächen mit der Truppe. Wulff sprach von einer großen Motivation der Soldaten und von einem hohen Niveau der Ausbildung. Zur anstehenden Umstrukturierung der Bundeswehr sagte Wulff, er empfinde “die derzeitige Debatte als enorm verantwortungsvoll“. Alle Parteien versuchten, gemeinsam einen Weg zu finden, “der eine effizientere, eine noch leistungsfähigere, eine flexible Bundeswehr in der Zukunft vorsieht“. “Das verfolge ich als Bundespräsident natürlich mit großer Genugtuung.“

Das Staatsoberhaupt sagte außerdem: “Mir geht es darum, dass die Bundeswehr auch weiterhin in der Mitte der Gesellschaft steht, selbst wenn die Wehrpflicht ausgesetzt werden würde.“ Alle sollten sich mit der Truppe verbunden fühlen, “sich mit ihr identifizieren, damit die Bundeswehr selber den Rückhalt spürt, die Unterstützung in der Bevölkerung erkennt und nicht nur die Angehörigen stolz sind auf das, was die Bundeswehr tut“. Sollte die Wehrpflicht ausgesetzt werden, müsste die Bundeswehr noch attraktiver werden, um Nachwuchs zu gewinnen.

An der Infanterieschule in Hammelburg werden die Soldaten unter möglichst realistischen Bedingungen für Einsätze wie in Afghanistan geschult. Sie ist die zentrale Ausbildungsstätte für alle Infanteriekräfte der Bundeswehr. Jährlich werden dort etwa 20 000 Menschen aus vielen Nationen in mehr als 400 Lehrgängen und Übungen ausgebildet. Bislang wurden in Hammelburg und dem in der Nähe gelegenen Übungsplatz Wildflecken mehr als 180 000 Soldaten auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet.

dpa

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