Piratenangriffe

Kommentar: An der Wurzel packen

Dass kaum ein Tag ohne Piratenüberfall im Indischen Ozean oder seinen Randmeeren vergeht, stellt der Anti-Piraten-Mission „Atalanta“ kein gutes Zeugnis bezüglich ihrer Wirksamkeit aus.  Von Lutz Kämpfe

Aber wie soll es auch funktionieren angesichts des riesigen Seegebiets? Man muss sich das in etwa so vorstellen, als müsste zu einem Überfall-Notruf in Düsseldorf die Polizei aus Hamburg anrücken.

Wer das Problem der Piraterie nachhaltig lösen wollte, müsste es an der Wurzel packen. Diese besteht in der Verelendung von Küstenlandstrichen gepaart mit dem Zerfall jeglicher Staatlichkeit und gefördert durch ein wucherndes Geflecht mafiaähnlicher internationaler Kriminalität. Wer hier ansetzen wollte, müsste das Risiko kriegsähnlicher Auseinandersetzungen einkalkulieren – außenpolitische Verwicklungen inklusive. Verständlich also, dass die internationale Gemeinschaft hier zurückschreckt. Es bleibt also nur der Schutz der Handelsschiffe, der deutlich effektiver verliefe, würde man sie in militärisch geschützten Konvois fahren lassen.

Aber das würde deutlich teurer als „Atalanta“.

Quelle: op-online.de

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