Zeugin berichtet über „Gespräche“ mit RAF-Terroristen

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Im Prozess gegen Verena Becker sprach eine Zeugin über "Sondierungsgespräche" mit RAF-Terroristen.

Stuttgart - Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) hatten vor dem Anschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback mit der „Bewegung 2. Juni“ über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen.

Das berichtete die ehemalige Terroristin Gabriele Rollnik am Freitag als Zeugin im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Es sei aber nicht zu gemeinsamen Aktionen gekommen. Wer an dem Mordanschlag am 7. April 1977 genau beteiligt war, wisse sie nicht, sagte Rollnik.

Rollnik hatte in einem 2004 erschienenen Interview gesagt, sie habe in ihrer Zeit in der Illegalität „Sieglinde Hofmann, Brigitte Mohnhaupt, Stefan Wisniewski, Christian Klar, Günter Sonnenberg und Verena Becker kennengelernt, also die Gruppe, die 1977 die Aktionen gegen Buback, Ponto und Schleyer gemacht hatten“. Die Nebenklage hatte daraufhin die Ladung Rollniks beantragt, weil sie möglicherweise etwas über die Beteiligung Beckers an dem Mordanschlag sagen könnte.

Diese Hoffnungen wurden jedoch enttäuscht. „Das ist natürlich sehr missverständlich ausgedrückt“, sagte Rollnik zu dem Interviewtext. „Ich meine die politische Verantwortlichkeit.“ Wer an den Anschlägen genau beteiligt war, könne sie nicht sagen. Es sei eine „Grundregel der Guerilla“, nicht über die Einzelheiten von Aktionen zu reden. Verena Becker ist wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei der Planung und Organisation des Anschlags auf Buback im Jahr 1977 angeklagt.

dpa

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