Vor Kiosk in Dortmund

Zeugin sah verdächtige Männer vor NSU-Mord

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2006 ist in diesem Kiosk Mehmet Kubasik vermordet worden.

München - Im NSU-Prozess hat eine Zeugin geschildert, sie habe 2006 kurz vor dem Mord an dem türkischstämmigen Kioskbesitzer Mehmet Kubasik unweit des Tatorts zwei Männer beobachtet.

„Eine fuhr auf dem Fahrrad, einer ging daneben“, berichtete die Hotelangestellte am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München. Sie sei etwa 100 Meter von dem Kiosk Kubasiks entfernt gewesen, als sie den dunkelblonden Männern begegnet sei. „Der auf dem Fahrrad hat mich ganz böse angeschaut. Das war mir unangenehm.“

Sie habe in dem Kiosk eigentlich Zigaretten kaufen wollen. „Aber dann habe ich die zwei Männer gesehen und habe es sein lassen.“ Sie habe die Straßenseite gewechselt. „Ich wollte denen nicht nochmal begegnen.“ Am Abend habe sie von ihrer Mutter erfahren, dass der Kioskbesitzer ermordet worden sei. „Das erste, was ich gesagt habe: Ich weiß, wer das war.“

Bei den folgenden Vernehmungen seien ihr etwa 2000 Bilder vorgelegt worden, jedoch habe sie niemanden erkannt, berichtete die Zeugin. Sie habe damals schon gesagt, die beiden hätten „wie Junkies oder Nazis“ ausgesehen. Laut Anklage erschossen die Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos Kubasik am Mittag des 4. April 2006.

dpa

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