Zypern hintergeht Geldgeber

Kommentar: Rettungsplan überdenken

Aufregung über Verschwendung im öffentlichen Raum gehört nicht nur in Deutschland zur täglichen Übung: Straßen, die ins Nichts führen, Brückenteile mitten in der Landschaft, Flughäfen ohne Verkehr, klinische Desaster, überflüssige Freizeitparks an dahinsiechenden Traditions-Rennstrecken etc. bringen das Blut der Steuerzahler regelmäßig zu Recht in Wallung. Von Frank Pröse

Vielfach sind die versenkten Summen zwar geringer als in den hier genannten Fällen, oftmals aber auch viel höher, denken wir an Berliner Großflughafen, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie.

Richtig teuer aber wird es dann bei Rettungsaktionen innerhalb der Europäischen Union. Da fließen ja immer gleich zig Milliarden. Unter das Rubrum Steuerverschwendung gehört die Finanzhilfe jedoch erst einsortiert, wenn die Gelder wie im Fall Zypern wider bessere Erkenntnisse ausgezahlt werden. Wir wissen erst jetzt schwarz auf weiß: In Zypern ist das Verwalten von Schwarzgeldern an der Tagesordnung und gehörte zum tragenden Geschäftsmodell der dortigen Banken. Diese Studienergebnisse kannten EU und Bundesregierung schon früher. Und dennoch gaben sie Hilfen in Höhe von zwei Milliarden Euro frei für die Lügner von der Schwarzgeld-Insel. Letztlich stützen die Geldgeber also die Konten der Steuerhinterzieher. Genau das sollte doch verhindert werden. Weil die Regierung Zyperns aber offensichtlich am Geschäftsmodell Schwarzgeld festhält, gehört beim Rettungsplan die Reißleine gezogen...

Quelle: op-online.de

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