2. Liga: Ängstliche Darmstädter drücken „Reset-Taste“

Zu viele falsche Schritte beim 1:2 gegen Hamburger SV

Darmstadt - Christian Titz hatte eine Meinung, und Dirk Schuster hatte eine andere. Titz, Trainer des siegreichen Hamburger SV beim Zweitliga-Gastspiel in Darmstadt und Anhänger des gepflegten Kurzpassspiels, sagte nach dem 2:1: „Insgesamt denke ich, dass wir der verdiente Sieger sind. “ Von Jakob Böllhoff

 Auf der anderen Seite des Podiums saß SVD-Coach Dirk Schuster: „Ich möchte aufgrund unserer Chancen nicht unbedingt von einem verdienten Sieg des HSV reden. Ich glaube, die effizientere Mannschaft hat gewonnen. “ Sonderlich angenehm ist die Situation für die Lilien so oder so nicht; viermal haben sie nun nacheinander verloren in der zweiten Liga, in der Tabelle sind sie auf Platz 14 abgesackt mit nach wie vor zehn Punkten.

Der HSV war mit jener Strategie nach Südhessen gereist, mit welcher er den Wiederaufstieg bewältigen will: Das Spiel mit dem Ball auskosten, dem Gegner mit langen Passstafetten die Luft abdrehen, bis er einen falschen Schritt macht. Und falsche Schritte machten die zu Beginn verhalten, um nicht zu sagen ängstlich auftretenden Lilien reichlich. Schuster sah aus wie ein verzweifelter Dirigent, wenn die Trompeten den Einsatz verschlafen. Aaron Hunt traf unbehelligt zur Gästeführung (13.).

„Die erste Halbzeit war schwierig für uns“, sagte Innenverteidiger Marcel Franke: „Wir hatten uns eine Taktik zurechtgelegt, in der wir erstmal abwartend und kompakt agieren wollten. Der HSV sollte das Spiel machen und wir wollten durch gezielte Konter gefährlich werden.“ Doch im Spiel nach vorne gelang lange nichts. Und als sie sich über die Zweikämpfe hineingewuchtet hatten in die Partie, traf Lewis Holtby kurz vor der Pause zum 2:0.

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Es lag an der zweiten Hälfte, dass die Lilien nicht völlig geknickt in die anstehende Länderspielpause gehen. „Die Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde nie aufgegeben und gegen einen schwer bespielbaren Gegner alles versucht, um einen Punkt hier zu behalten“, sagte Schuster. Der Anschlusstreffer (89., Serdar Dursun) hätte früher fallen können, in der Nachspielzeit wäre sogar der Ausgleich drin gewesen. „Die Länderspielpause ist jetzt die Möglichkeit, auf die Reset-Taste zu drücken“, sagte Schuster.

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