Magdeburger erheben Vorwürfe gegen Darmstadts Kapitän

Aufregung um Sulu beim 3:1 der „Lilien“

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Mann des Spiels: Aytac Sulu köpft hier zum 3:1 für die „Lilien“ ein. Zwei Minuten später soll der SVD-Kapitän eine Tätlichkeit begangen haben. J Foto: Hübner

Darmstadt - Vier Tore, zwei Platzverweise und jede Menge Zoff: Es war ordentlich was los, beim hart erkämpften 3:1 (1:0)-Sieg des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 gegen den Aufsteiger 1. FC Magdeburg. Von Jakob Böllhoff

„Wer nach Darmstadt fährt, erwartet nichts anderes als diese Spielweise“, sagte Gäste-Trainer Jens Härtel ohne Groll über die gallige Herangehensweise der „Lilien“: „Da muss man sich wehren.“ Offensichtlich hatte Härtel das auch seiner Mannschaft gesagt vor dem Spiel, und ganz besonders gut zugehört hatte wohl Björn Rother, der 22-jährige Mittelfeldspieler.

Der schimpfte früh in Richtung des wie immer energischen Darmstädter Trainers Dirk Schuster, der die Provokation aber stoisch ignorierte. Auch im weiteren Verlauf des Nachmittags war Rother immer da zu finden, wo es Ärger gab auf dem Platz. Sein Unmut traf später vor allem Aytac Sulu, den Darmstädter Kapitän, der sich ja gerne mal als Reizfigur geriert auf dem Fußballfeld.

„Jeder kennt ihn, er tut immer auf großen Sportsmann, aber im Endeffekt ist er ein sehr unfairer Spieler auf dem Platz“, sagte Rother: „Er muss eigentlich die Rote Karte kriegen. Er schlägt mir ins Gesicht, das ist Elfmeter und Rot.“ Gemeint war jene Szene in der 82. Spielminute im Darmstädter Sechzehner, als Rother Sulu zu Fall brachte, woraufhin der Darmstädter seinem Kontrahenten im Sturz mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. „Das war Absicht“, behauptete Rother.

Sulu auf der anderen Seite, der Torschütze zum vorentscheidenden 3:1 (80.), hatte nicht das Gefühl, sich rausreden zu müssen, denn: „Es war ja keine Absicht. Ich habe ihn tatsächlich im Gesicht getroffen, das habe ich auch dem Schiedsrichter gesagt. Er ist in mich reingesprungen, und beim Hinfallen habe ich ihn erwischt.“

Ein ordentlicher Angriff genügte den „Lilien“, um durch Torjäger Serdar Dursun in Führung zu gehen (43.). Slobodan Medojevic erhöhte für feldüberlegene Darmstädter per abgefälschter Flanke (60.) und als Dennis Erdmann wenig später mit Gelb-Rot vom Platz ging nach einem taktischen Foul (63.), schien die Sache erledigt – bis auch der Darmstädter Fabian Holland mit der Ampelkarte abging (69.). Nach Marius Bülters Anschlusstreffer durch eine feine Einzelleistung (71.) drohte die Partie zu kippen. Bis Sulu traf, per Kopf, völlig frei bei einem Freistoß.

Darmstadt 98: Heuer Fernandes - Rieder, M. Franke, Sulu, Holland - Medojevic, T. Kempe - Heller, Marvin Mehlem (71. Hertner), Jones (85. Sirigu) - Dursun (90.+1 Boyd)

1. FC Magdeburg: Brunst - Butzen, Hammann, Handke (76. M. Niemeyer), Tob. Müller - Rother, Erdmann - Costly (66. Lohkemper), Türpitz (66. Ignjovski), Bülter - Beck

Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach) - Zuschauer: 15.410 - Tore: 1:0 Dursun (43.), 2:0 Hammann (60./Eigentor), 2:1 Bülter (71.), 3:1 Sulu (80.) Gelb: T. Kempe (4) / Rother (5), Tob. Müller (2) - Gelb-Rot: Holland (69.) / Erdmann (63.)

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