Ungerechtfertigt und unverhältnismäßig

Darmstadt 98 kritisiert Polizeieinsatz bei Pokalspiel

Darmstadt - Der SV Darmstadt 98 hat den Polizeieinsatz gegen Lilien-Fans beim DFB-Pokalspiel in Magdeburg als ungerechtfertigt und unverhältnismäßig kritisiert.

"Der von der Polizei im Rahmen einer Stellungnahme an die Gästefans getätigte Vorwurf, einen Weg nicht geräumt zu haben, wurde vor Ort weder an die Anhänger noch an mitreisende Vereinsmitarbeiter kommuniziert, außerdem erfolgte keine Ankündigung des Polizeieinsatzes", heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom Montag. Selbst wenn eine Notwendigkeit zur Räumung bestanden hätte, "muss die Verhältnismäßigkeit der gewählten Maßnahmen angezweifelt werden".

Nach Angaben der Polizei hatten 20 sogenannte Darmstädter Risiko-Fans am Freitagabend einen Weg in der Nähe der Magdeburger Arena blockiert. Nachdem sie der Aufforderung der Polizei zur Räumung nicht nachgekommen seien, hätten Beamte sie vom Weg gedrängt. Dabei sei es zu massivem Widerstand seitens der Gäste-Fans gekommen. Zwei Polizeibeamte wurden nach Angaben der Ordnungskräfte durch Schläge, Tritte und Wurfgeschosse verletzt, einer von ihnen sei nicht mehr dienstfähig. Die Darmstädter sehen die Schuld für die Vorfälle, bei denen neun Lilien-Fans verletzt wurden, bei der Polizei. Ihrer Darstellung nach wurde sogar ein hauptamtlicher Fanbeauftragter des Vereins von Polizeikräften "körperlich angegangen", obwohl er sich den Beamten gegenüber ausgewiesen habe.

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"Genauso, wie der SV 98 keinerlei Gewalttäter in den Reihen seiner Fans akzeptiert, kann er auch keine gewalttätigen Übergriffe auf seine Fans oder Mitarbeiter dulden", sagte Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch. "Wir erhoffen uns daher von der Polizei in Magdeburg, diese Vorfälle aufzuklären und auch im Sinne anderer Gastvereine zu einer deeskalierenden Einsatzstrategie zu finden." (dpa)

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