Darmstadts Heller genießt das Vertrauen

„Junger Hüpfer“ will nur spielen

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Flügelflitzer Marcel Heller (links) lässt den Duisburger Fabian Schnellhardt stehen.

Darmstadt - Die Frage nach dem Du oder dem Sie beendet man eher selten im Profifußball. „Ach Quatsch. Ich bin doch noch ein junger Hüpfer“, sagt Marcel Heller vom SV Darmstadt 98 mit selbstironischem Unterton. Von Jakob Böllhoff

32 Jahre alt ist er inzwischen, der junge Hüpfer Heller, aber wer ihn beobachtet, wie er 25-Jährigen Zweitligaverteidigern davonspurtet, könnte schon auf die Idee kommen, die Zeit habe ihn übersehen. Groß Gedanken macht sich der Rückkehrer jedenfalls nicht: „Ich fühle mich gut und weiß, dass ich aufgrund meiner Fitness noch einige Jahre spielen kann.“ Er spielt befreit auf, hat wesentlichen Anteil am guten Darmstädter Saisonstart (drei Siege aus vier Spielen), mit einem Tor und zwei Vorlagen in drei Spielen.

Warum das alles gleich wieder klappt? Viel hat sich nicht verändert am Böllenfalltor, wo Heller schon von 2013 bis 2017 spielte. Abgesehen davon: Vertrauen macht frei, und von Vertrauen ist die Beziehung zu Trainer Dirk Schuster geprägt. Zwar sei es ihm nicht leicht gefallen, der Bundesliga wieder den Rücken zuzukehren, sagt Heller, „jeder Spieler will da ja hin.“ Den Ausschlag für die Rückkehr hat am Ende aber gegeben, dass das alte Trainerteam dort wieder am Werk ist: Chef Schuster, Assistent Sascha Frantz, Fitnesscoach Frank Steinmetz.

Vor allem mit Schuster verbindet Heller offenbar eine stille Übereinkunft, vieler Worte bedarf es nicht. „Ich bin keiner, der viele Angaben braucht“, sagt Heller. „Man muss mich einfach spielen lassen, dann werde ich immer das bestmögliche aus mir herausholen, um der Mannschaft zu helfen. Der Trainer vertraut mir, schätzt meine Stärken und meine Persönlichkeit auf dem Platz. Ich weiß, was er von mir erwartet, und er weiß, was er von mir kriegt.“ Volles Engagement, ruheloses hin- und herrasen, auf dem rechten Flügel und überhaupt im gesamten Angriffsbereich.

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Heller bringt sich selbst auf den Punkt: „Ich bin ein Spieler, der im Rahmen der taktischen Vorgaben versucht, überall in der Offensive rumzulaufen und irgendwas zu machen.“ Ein eingeschworener Haufen sei der SVD, ein bisschen so wie früher, und Heller findet es „super, dass das Trainerteam auf so etwas achtet.“ Ein bisschen ist Heller aus seinem früheren Darmstädter Leben rausgewachsen. Er hat eine neue Wohnung bezogen, die alte: zu klein. In Augsburg sind nicht nur Erstligaeinsätze dazugekommen, sondern auch Möbel.

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