Lilien siegen nach 0:2-Rückstand noch in Hamburg

Darmstadts Mehlem schockt HSV in der Nachspielzeit

Nach der ersten Viertelstunde deutet vieles auf ein Debakel hin, doch am Ende ist der Jubel riesengroß: Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 dreht beim Aufstiegsaspiranten Hamburger SV einen 0:2-Rückstand und gewinnt durch einen Treffer von Marvin Mehlem in der Nachspielzeit noch mit 3:2.

Darmstadt – Für das auswärtsschwächste Team der 2. Liga war es der erste Erfolg auf fremdem Platz nach sechs Monaten. „Das sind die schönsten Siege“, sagte Routinier Tobias Kempe. Die Lilien setzten sich weiter von der Abstiegszone ab und können sich in aller Ruhe auf das Heimspiel gegen Regensburg (30. März) vorbereiten. .

Die Hamburger begannen furios, spielten ihren Gegner schwindelig und führten schnell 2:0. „Wir konnten das, was wir uns vorgenommen haben, leider nicht umsetzen“, räumte Darmstadts Coach Dimitrios Grammozis angesichts der schwachen Anfangsphase seines Teams ein. Nach einer halben Stunde stellte Grammozis um, wechselte Yannick Stark für das defensive Mittelfeld ein und beorderte Marvin Mehlem auf die linke Seite. „Diese Umstellung hat uns Stabilität gegeben“, sagte der Trainer.

In der Pause wurde es dann ziemlich intensiv und laut in der Darmstädter Kabine. „Wir haben der Mannschaft zu denken gegeben, ob es das ist, wie man sich hier präsentieren will“, sagte Grammozis. „Der Trainer war in der Halbzeit sehr emotional“, erklärte Mittelfeldspieler Kempe. Die Ansprache zeigte Wirkung. „Die zweite Halbzeit war dann Darmstadt 98 mit Kampfeswillen und Leidenschaft. Einfach überragend“, befand Kempe. Erst erzielte Mehlem nach einem großartigen Pass von Stark den Anschlusstreffer (52.). Dann verwandelte Kempe einen Freistoß direkt (82.).

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Die Nachspielzeit lief, Hamburg drängte wütend aufs dritte Tor, und der Lilien-Coach forderte den Schiedsrichter lautstark zum Abpfiff auf. Da kam Marvin Mehlem ein letztes Mal an den Ball und sorgte für die wirksamste Form der Entlastung: Er schoss den Ball ins Tor, zum 3:2 (90. + 2). Anschließend entledigte Mehlem sich seines Trikots und rannte zum Gästeblock, wo die Menschen übereinander purzelten vor Freude. „Ein geiles Gefühl“, gab der 21-jährige Offensivspieler später an, „ich habe in dem Moment nur unsere Fans gehört.“ (dpa/böll)

HSV: Pollersbeck - Sakai, Bates, van Drongelen, Douglas Santos - Janjicic - Narey (57. Tat. Ito), Özcan (65. L. Holtby), Mangala, Jatta - Lasogga (78. Arp)

SVD: Heuer Fernandes - Herrmann, Franke, Wittek, Holland - Pálsson (80. Wurtz), Kempe - Heller (70. Bertram), Mehlem, Jones (32. Stark) - Dursun

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach) - Zuschauer: 54668 - Tore: 1:0 Jatta (5.), 2:0 Lasogga (16./FE), 2:1 Mehlem (52.), 2:2 T. Kempe (82.), 2:3 Mehlem (90.+2) - Gelb: - / Holland (5), Mehlem (2)

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