14 Punkte Rückstand

Frings testet schon für die 2. Liga

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Alle Mühen waren umsonst. Sandro Sirigu (rechts) und Darmstadt 98 haben auch das zwölfte Auswärtsspiel der Saison in Wolfsburg (links Yunus Malli ) verloren.

Darmstadt - In Wolfsburg kassiert Darmstadt 98 die zwölfte Niederlage im zwölften Auswärtsspiel der Saison. 14 Punkte Rückstand hat der Tabellenletzte bereits auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Trainer Torsten Frings hält die Rettung dennoch für möglich - sagt er zumindest. Aber er hat auch schon Spieler für die 2. Liga getestet.

Torsten Frings wollte auch nach dem neuerlichen Tiefschlag für Darmstadt 98 den unvermeidlich erscheinenden Gang in die 2. Liga nicht akzeptieren. „Wir sind noch nicht abgestiegen. Wir versuchen bis zum Ende alles“, sagte der Trainer des abgeschlagenen Tabellenletzten nach dem 0:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg mit trotziger Stimme. 14 Punkte beträgt Darmstadts Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Da blieb Frings kaum etwas anderes übrig, als sich in Durchhalteparolen zu flüchten: „Wir werden uns nicht aufgeben.“

Die 0:1-Niederlage ging in Ordnung, auch wenn Sidney Sam und Felix Platte in der Nachspielzeit den Ausgleich auf dem Fuß, beziehungsweise Kopf hatten. Denn dies waren neben einem Schuss von Markus Steinhöfer die einzigen Gelegenheiten, die sich die Südhessen erarbeiteten. „Nach vorn kam zu wenig, wir waren nicht mutig genug“, gab Trainer Torsten Frings zu. Die Wölfe standen defensiv sicher, waren besser am Ball, kamen in Hälfte eins aber lange zu keiner klaren Chance. Die erste - wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff - nutzte Nationalstürmer Mario Gomez, der sich von Aytac Sulu löste und den Ball mit Kinn, Hals und Brust über die Linie drückte.

Es sollte der einzige Treffer des Nachmittags bleiben, weil FIFA-Schiedsrichter Felix Brych den Wolfsburgern ein reguläres Tor von Paul-Georges Ntep aberkannte. Die vorherige Flanke soll in der Luft im Aus gewesen sein, was die TV-Bilder anders zeigten. Zwei-, dreimal entnervte Daniel Heuer Fernandes die meist von Yunus Malli angetriebenen Hausherren mit guten Paraden. Nach vorn blieb bei den Darmstädtern vieles Stückwerk.

Dass die Darmstädter erst mit der Umstellung auf ein 4-4-2-System mit Platte und Antonio-Mirko Colak (und am Ende gar ein 4-3-3, in dem auch Sulu mitstürmte) für mehr Gefahr sorgten, war nur eine der Erkenntnisse, die man am Samstag für die Zukunft gewinnen konnte. Vor allem deuteten Frings’ Personalentscheidungen darauf hin, mit wem der Coach über die Saison hinaus plant und mit wem nicht mehr. Frings hatte zuletzt angekündigt, Spielern mit Perspektive am Böllenfalltor Einsätze zu geben. Dies betraf in Wolfsburg Patrick Banggaard, der sein erstes Bundesligaspiel bestritt, sowie Startelf-Debütant Markus Steinhöfer. Beide haben einen Vertrag über die Saison hinaus. Zudem erhielt Platte („Da wir verloren haben, kann ich mich über meine Einsatzzeit nicht so richtig freuen“) längere Spielpraxis. Er ist nur bis zum Sommer vom FC Schalke ausgeliehen, könnte sich in Liga zwei aber zum Bundesliga-Stürmer mausern. Wilson Kamavuaka erhielt seine ersten fünf Minuten im Lilien-Dress.

Gomez macht‘s: Darmstadt 98 verliert auch in Wolfsburg

Trotz der Verletzung von Peter Niemeyer nicht eingesetzt wurden hingegen Alexander Milosevic und Artem Fedetskyy, deren Verträge im Sommer auslaufen. Beide haben unter Frings wohl keine Zukunft. Im 13. Auswärtsspiel in Leipzig wird auch Jerome Gondorf fehlen. Er kassierte in Wolfsburg nach einem „Phantomfoul“ seine fünfte Gelbe Karte. (jd/dpa)

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