Abstiegsangst: Eintracht zittert

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Die umstrittene Szene vor dem Elfmeter für Wolfsburg. Marcel Schäfer (4) drischt den Freistoß an die Arme des Frankfurters Kweuke. Schiedsrichter Stark entschied sofort auf Elfmeter, den Misimovic zum 2:0 verwandelte.

Frankfurt - Willkommen zurück im Abstiegskampf! Nach der verdienten 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg droht der Frankfurter Eintracht ein ähnlicher Fehlstart wie in der Vorrunde.

Frankfurt (sp) - Der Abstand zum Relegationsplatz ist auf drei Punkte geschrumpft, seit Samstag geht wieder die Abstiegsangst um. „Wir müssen nach unten schauen“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach der deprimierenden Vorstellung gegen keineswegs übermächtige Wolfsburger.

Wie weggeblasen war die Ballsicherheit aus dem Spiel gegen Köln, in der ersten Halbzeit fehlte bei vielen Spielern sogar Kampf und Leidenschaft. Erst als nach dem 0:2 die Wut über den Unparteiischen ins Spiel gekommen war, brachten die Frankfurter Profis jene Aggressivität auf den Platz, die vorher vermisst worden war. „Drei, vier Spieler haben ihr Leistungsvermögen nicht abgerufen“, kritisierte Funkel, ohne Namen zu nennen. Dass er später ausgerechnet Habib Bellaid in Schutz nahm, gehörte zu den Rätseln des Nachmittags.

Erneut war es die Abwehr, die als Wurzel allen Übels ausgemacht werden musste. Als nach neun Minuten der erste Ball hoch in den Frankfurter Strafraum flog, führte dies sofort zum 0:1, weil Bellaid Dzeko unbedrängt einköpfen ließ. Das Abwehrproblem ist durch eine verfehlte Personalpolitik selbst verursacht. Seit dem Abgang von Sotirios Kyrgiakos haben es die Frankfurter versäumt, für gleichwertigen Ersatz zu sorgen. Aaron Galindo wurde ersatzlos verkauft. Aleksandar Vasoski fehlt nach langer Pause Spielpraxis. Marco Russ spielt sehr wechselhaft. Bei Habib Bellaid weiß niemand, warum die Eintracht 2,5 Millionen Euro Ablöse an Racing Straßburg bezahlt hat. Jetzt droht auch noch ein längerer Ausfall von Patrick Ochs. Der Verteidiger erlitt einen Mittelhandbruch.

Wie fast alle Jahre werden auch dieses Mal wieder Hoffnungen auf Rückkehrer enttäuscht. So ist Alexander Meier nach langer Pause nur ein Schatten seiner selbst. Funkel hat ihn zur Pause ausgewechselt und den Kameruner Leonard Kweuke gebracht. Auch der wird noch viel Zeit brauchen, um in der Bundesliga anzukommen. Die technischen Mängel sind so groß, dass es fraglich ist, ob er es überhaupt schafft.

„Wir haben einfach schlecht gespielt“, sagte Heribert Bruchhagen, der sich so sehr für die Vertragsverlängerung mit Funkel stark gemacht hatte. Dass die im Aufsichtsrat nicht unumstrittene Entscheidung im Falle weiterer Niederlagen wieder schnell zum Thema werden kann, machten die ersten „Funkel raus“-Rufe deutlich.

Am Samstag reist die Eintracht zum Karlsruher SC, der auf dem Relegationsplatz nur drei Punkte weniger hat. „Ich habe immer gesagt, dass wir noch da unten rein rutschen können“, sagte Funkel. „Aber damit gerechnet habe ich nicht.“ Bis Samstag muss der Trainer „die Mannschaft wieder aufbauen. Ich kenne meine Jungs, sie werden in Karlsruhe viel besser spielen“. Das wird auch nötig sein.

Quelle: op-online.de

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