Aufbruchstimmung und schwere Zeiten

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Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis (links) und Trainer Michael Skibbe.

Frankfurt - (sp) Es war 15.07 Uhr, als auf einem Nebenplatz der WM-Arena ein neues Kapitel bei Eintracht Frankfurt aufgeschlagen wurde. Nach fünf Jahren mit Friedhelm Funkel als Cheftrainer hat gestern Michael Skibbe das Kommando bei dem Fußball-Bundesligisten übernommen. +++ Fotostrecke +++

 „Wir haben gute Spieler und wir haben eine gute Mannschaft“, sagte Skibbe zum Auftakt der Saisonvorbereitung, „ich gehe mit großer Euphorie an die Arbeit.“ Rund 1000 Zuschauer begrüßten die Spieler und den neuen Coach mit freundlichem Beifall. Die Aufbruchstimmung war zu spüren.

Während des Trainings gab es Beifall insbesondere für den Brasilianer Caio, der für jede halbwegs gelungene Aktion gefeiert wurde. Caio präsentierte sich zumindest optisch deutlich verbessert. Er ist schlanker als vor einem Jahr, als er mit Übergewicht zum ersten Training erschienen war. Diesmal fiel er nicht negativ auf unter den 21 Feldspielern und vier Torhütern, die das erste Training absolvierten.

„Ich gieße ungern Wasser in den Wein“

Als Neuverpflichtungen konnte Skibbe lediglich den aus Karlsruhe gekommenen Abwehrspieler Maik Franz und den aus Schalke geholten Torhüter Ralf Fährmann begrüßen. Auf weitere Neuzugänge muss Skibbe womöglich länger warten oder gar verzichten. Denn der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hatte in einer Pressekonferenz unmittelbar vor dem ersten Training noch einmal deutliche Worte für den begrenzten finanziellen Spielraum der Eintracht gefunden. „Ich gieße ungern Wasser in den Wein“, sagte Bruchhagen, „aber wir stehen vor schweren Zeiten.“

Bilder vom Trainingsauftakt

Trainingsauftakt bei Eintracht Frankfurt

Die Eintracht, die 2,5 Millionen Euro gegenüber der vergangenen Saison (67-Millionen-Etat) einsparen muss, habe kaum noch Geld für weitere Verstärkungen. Weniger Fernsehgelder, weniger Einnahmen beim Logen-Verkauf, die Fortzahlung des Gehalts für Ex-Trainer Funkel sowie der bisher vergebliche Versuch, den ein oder anderen Spieler von der Gehaltsliste zu streichen, haben die Möglichkeiten eingeschränkt. Zudem gebe es, so Bruchhagen, „überraschende Geldabflüsse“. Damit spielte der Vorstandschef auf eine Ausschüttung der Eintracht-AG an die Aktionäre an. Es soll sich um mehr als zwei Millionen Euro handeln. Skibbe hat gleichwohl den Wunsch nach zwei neuen Mittelfeldspielern noch nicht aufgegeben: „Wir sind in Gesprächen.“

Skibbes Assistent in Frankfurt ist Edwin Boekamp, mit dem er bereits bei Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul zusammengearbeitet hatte. Der bisherige Co-Trainer Armin Reutershahn wechselt zum 1. FC Nürnberg. Zumindest vorübergehend hat auch Abwehrspieler Alexander Krük die Eintracht verlassen. Er wurde an den VfL Osnabrück ausgeliehen.

Herzklopfen erst in Offenbach

Gleich das erste Pflichtspiel wird für den neuen Eintracht-Trainer Michael Skibbe zur besonderen Herausforderung.

Herr Skibbe, haben Sie mit dem Pokalspiel bei Kickers Offenbach nicht den schwersten Auftakt erwischt, den es geben kann?

Nein, das sehe ich völlig anders. Natürlich kann jeder Drittligist für einen Bundesligisten zum Stolperstein werden. Aber bei diesem Gegner wird bei unseren Spielern die Konzentration bei 100 Prozent liegen. Bei allem Respekt vor Offenbach: es gibt kein Vertun, dass wir dort gewinnen müssen.

Ändert sich die Saisonvorbereitung durch das Pokallos?

Ja, eigentlich bin ich von sechs Wochen Vorbereitung bis zum ersten Punktspiel ausgegangen. Jetzt müssen wir uns in fünf Wochen hundertprozentig auf das Spiel in Offenbach vorbereiten. Ich weiß schon um die Bedeutung dieser Partie.

Sind Sie aufgeregt, bevor es in Ihrem neuen Job richtig losgeht?

Im Moment nicht. Vieles ist Routine. Ich freue mich auf die Arbeit und den Auftakt in Offenbach. Dann wird auch Herzklopfen dabei sein.

Quelle: op-online.de

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