Chaoten in orange

Was für ein Schwachsinn in orange. Bengalische Feuer und Leuchtraketen aus dem Frankfurter Fanblock. Foto: dpa

Karlsruhe (sp) Ganz in orange waren die Fans der Frankfurter Eintracht zum Spiel nach Karlsruhe gereist. Angeblich in Anlehnung an den Gewaltfilm „Clockwork orange“. Und so ähnlich führten sie sich dann auch auf. Unmittelbar vor dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit wurden bengalische Feuer gezündet und Raketen abgeschossen.

Zwei davon flogen aufs Spielfeld. „Ich habe aufgepasst, dass mir nichts passiert“, sagte KSC-Torwart Markus Miller, in dessen Nähe eine Leuchtrakete zu Boden gegangen war. Schiedsrichter Michael Weiner schickte die Mannschaften zurück in die Kabine und Frankfurts Kapitän Markus Pröll in die Fankurve. Die Deeskalation gelang, mit fünf Minuten Verspätung konnte die zweite Halbzeit dann beginnen und bis zum Ende gab es keine weiteren Vorkommnisse.

„Das sind Chaoten, die machen den Fußball kaputt, sie schaden dem Verein und der Mannschaft“, sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, schüttelte nur den Kopf. „Ich werde es nie begreifen, wie Leute mit dem Vorsatz ins Stadion gehen, so etwas zu tun“, sagte Bruchhagen. Den Vereinen allgemein und der Eintracht speziell bleibe nur die Möglichkeit, „weiter den Dialog mit den Vernünftigen zu suchen.“ Diese müssten die Chaoten „ausgrenzen“.

Zunächst einmal wird der Auftritt eines Teils der Frankfurter Zuschauer teuer. Der Kontrollauschuss des DFB hat Ermittlungen aufgenommen. Es wird eine Geldstrafe für den KSC geben, weil die Feuerwerkskörper eingeschmuggelt wurden. Und es wird eine noch höhere Geldstrafe für die Eintracht geben, weil sie verantwortlich für ihre „Fans“ zeichnet. Da die Eintracht wegen Vorkommnissen in der Vergangenheit als „vorbestraft“ gilt, kann die Summe durchaus über 100 000 Euro betragen. „Das ist wieder ein Spieler weniger für mich“, sagt Friedhelm Funkel stinksauer.

Karlsruhe gegen Frankfurt galt schon vorher als „Hochsicherheitsspiel“. Bereits bei der Anfahrt zum Stadion hatten Karlsruher Fans, bewaffnet mit meterhohen Eisenstangen und schweren Ästen aus dem naheliegenden Wald die Fan-Busse aus Frankfurt attackiert. Nur mit Mühe hatte die Polizei größere Schlägereien verhindern können.

Quelle: op-online.de

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