Daum hat keine Lust auf 2. Liga

Frankfurt ‐ Christoph Daum hat keine Lust auf die 2. Fußball-Bundesliga - und dies im doppelten Sinne. Zum einen ist der Trainer von Eintracht Frankfurt weiter überzeugt davon, mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen. Von Peppi Schmitt

Zum anderen lehnt er es schlichtweg ab, kommende Saison in der 2. Liga zu arbeiten. „Das kommt für mich nicht in Frage“, stellte Daum klar.

Nur beim Klubs seines Herzens, dem 1. FC Köln, hat er eine Ausnahme gemacht. In Frankfurt sei dies nicht möglich. „In der 2. Liga braucht man ganz spezifische Qualitäten“, sagte der 57-Jährige, „da ist es für den Verein besser einen anderen zu holen.“ Es wird also alleine am Erfolg der nächsten Wochen hängen, ob die Eintracht bald wieder auf Trainersuche gehen muss. Ganz abgesehen davon, dass es auch beim Klassenverbleib keine weitere Vereinbarung mit Daum gibt.

Es kann keinerlei Zukunftsplanungen geben

Und da zeigt sich das ganze Dilemma, in dem die Frankfurter stecken. Es kann keinerlei Zukunftsplanungen geben, bevor die Liga für die neue Saison feststeht. Steigt die Eintracht ab, wird es einen Umbruch geben - mit einem neuen Trainer und vielen neuen Spielern. Er habe sich darum bisher „überhaupt nicht gekümmert“, gibt Daum freimütig zu, „über die Personalplanung für die nächste Saison haben wir bisher kein Wort gesprochen.“ Dabei startet die Vorbereitung so früh wie nie, da die 2. Liga schon Mitte Juli wieder den Spielbetrieb aufnimmt und auch die Bundesliga bereits Anfang August wieder spielt. Daum interessiert das alles nicht, er will zunächst alleine seinen Auftrag erfüllen und den Abstieg verhindern.

Gestern übte die Mannschaft hinter verschlossenen Türen in der Arena. Gesucht wird vor allem ein Ersatz für den verletzten Innenverteidiger Maik Franz (Mittelfußbruch). Vieles deutet daraufhin, dass es Aleksander Vasoski sein wird, der am Samstag (15.30 Uhr) neben Marco Russ gegen Bayern München verteidigen wird. Im Mittelfeld könnte der Brasilianer als Ersatz für den gesperrten Alexander Meier eine neue Chance bekommen. So jedenfalls kann die Aussage von Daum interpretiert werden, „dass eine reine Abwehrschlacht“ wenig Aussichten auf Erfolg habe. Die einzige weitere Alternative wäre Marcel Heller. Der schnelle Flügelflitzer hatte beim letztjährigen 2:1-Erfolg gegen die Bayern ähnlich wie Torschütze Martin Fenin eine Sternstunde. Würde Daum allerdings Heller einbauen, müsste er seine Elf auf weiteren Positionen verändern. Dann nämlich könnte Patrick Ochs ins zentrale Mittelfeld rücken.

Fraglich ist noch der Einsatz von Sebastian Rode, der nach Knöchelverletzung gestern erstmals trainiert hat. „Er war noch nicht voll belastbar“, sagte Daum, geht aber davon aus, dass es bis zum Samstag klappen wird.

Eintracht: Fährmann - Jung, Vasoski, Russ, Köhler - Schwegler, Rode - Ochs, Halil Altintop, Fenin - Gekas

Bank: Nikolov; Amanatidis, Clark, Kraus, Heller, Caio, Titsch-Rivero

FC Bayern: Butt - Lahm, van Buyten, Luiz Gustavo, Contento - Tymoshchuk, Schweinsteiger - Müller, Klose, Ribery - Gomez

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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