Kongeniales Duo im Mittelfeld

„Der eine profitiert vom anderen“

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Frankfurter Antriebsräder: Sebastian Rode (Zweiter von links) und Pirmin Schwegler (rechts).

Frankfurt - Früher hießen sie Außenläufer oder Halbstürmer. Später wurden daraus defensive und offensive Mittelfeldspieler. Im modernen Fußball unserer Zeit ist die Rede vom „Sechser“, vom „Achter“ oder vom „Zehner“.

Bei der Frankfurter Eintracht vereinen Pirmin Schwegler und Sebastian Rode von allem ein bisschen. Das kongeniale Duo im Mittelfeld des Aufsteigers ist für Abwehrarbeit ebenso zuständig wie für den Antrieb des eigenen Angriffs und im Idealfall für eigene Tore. Schwegler sind in dieser Saison schon zwei Treffer gelungen, beide mit Weitschüssen, beim 4:0 in Hoffenheim, zuletzt beim 4:1 gegen Bremen. Rode wartet noch auf seinen ersten Saisontreffer. Geht es nach Kumpel Schwegler, soll das auch noch eine Zeit lang so bleiben. „Das ist doch gut für uns“, sagt der Kapitän, „wenn Seppl auch noch trifft, muss sich Schweinsteiger warm anziehen“. Soll heißen: Wird Rode auch noch torgefährlich, würde der Weg direkt in die Nationalmannschaft führen. Und dann könnte es noch schwerer für die Eintracht werden, ihrem Rohdiamanten die angestrebte Vertragsverlängerung schmackhaft zu machen.

Schwegler und Rode haben sich bei der Eintracht gesucht und gefunden. „Wir verstehen uns noch nicht blind, aber wir verstehen uns sehr gut“, sagt Rode, der für den ein wenig offensiveren Part zuständig ist. Der ehemalige Offenbacher treibt den Ball nach vorne, ziemlich oft nach eigenem Ballgewinn und aus einem ersten Dribbling heraus. Rode kann rennen, da ist er Schwegler überlegen. Dafür überwiegt bei dem Schweizer das kreative Element. Schwegler kann ein Spiel lesen, ein Spiel dirigieren, das Tempo bestimmen und variieren.

„Der eine profitiert vom anderen“, sagt Vorstandschef Heribert Bruchhagen über das Mittelfeld-Tandem. Schwegler brauche für sein Spiel Rode, „weil der ihm durch seine Laufstärke die nötigen Freiräume verschafft.“ Umgekehrt profitiere Rode von der Ballsicherheit des Partners. „Pirmin kann ich immer anspielen“, sagt Rode. Schwierig wurde es für die Eintracht in dieser Saison immer dann, wenn die Gegner in der Lage waren, das Zusammenspiel der beiden „Zwillinge“ im Frankfurter Mittelfeld dauerhaft zu stören. Oder wenn einer von beiden ausgefallen ist, wie zuletzt Schwegler beim 0:4 in Düsseldorf, als er wegen der fünften Gelben Karte gesperrt war.

Vor einem Jahr in der 2. Liga hatte Schwegler noch deutlich defensivere Aufgaben zu erfüllen, Rode wiederum spielte teilweise auf der rechten Außenbahn. Schwegler habe seine Leistung noch einmal „deutlich gesteigert“, lobt Chef Bruchhagen. Auch Rode hat sich weiterentwickelt, vor allem körperlich. „Letzte Saison mussten wir ihn manchmal nach 75 Minuten rausnehmen, jetzt hält er 90 Minuten durch“, sagt sein Trainer. Das Verständnis von Schwegler und Rode hat sich in Training und Spiel entwickelt, nicht am Reißbrett. Die so erfolgreiche Zusammenarbeit sei „intuitiv“, sagt Schwegler: „Jeder weiß, dass er sich auf den andern verlassen kann.“

sp

Quelle: op-online.de

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