Dieses 1:2 trifft Eintracht ganz empfindlich

Eintracht-Torwart Oka Nikolov
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Eintracht-Torwart Oka Nikolov

Frankfurt ‐ Der Vorsprung schrumpft. Nach der 1:2 (0:0)-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach liegen zwischen Eintracht Frankfurt und dem Relegationsplatz nur noch fünf Punkte. Und auf diesem Platz steht im VfB Stuttgart eine Mannschaft, der man zutrauen darf, die gefährdete Zone über kurz oder lang zu verlassen. Von Peppi Schmitt

Nachdem die Eintracht nun auch zum ersten Mal in dieser Saison gegen einen Gegner „auf Augenhöhe“ verloren hat, geht die Angst um. „Wir schauen immer nach unten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, „ich habe immer Mannschaften wie Hertha, Bochum oder Nürnberg im Blick.“ 

Trainer Michael Skibbe sieht die Ausgangsposition gänzlich anders. „Um Gottes Willen, nein, ganz bestimmt nicht“, hat er auf die Frage geantwortet, ob für die Eintracht mit der zweiten Heimniederlage der Saison schon wieder der Abstiegskampf begonnen habe. Bereits nächsten Samstag in Berlin biete sich die Gelegenheit „in einem richtungweisenden Spiel die verlorenen Punkte zurückzuholen“.

0:1 machte das Elend der Abwehr deutlich

Mit der Feststellung, es sei eine „unglückliche Niederlage“ gewesen, hat Skibbe sicher Recht. Die Eintracht hatte fast keine Chancen des Gegners zugelassen und dennoch zwei Tore kassiert. „Wir waren in der Defensive robust und stark“, analysierte der Trainer. Dies wiederum hatten nicht alle in der mit 50.000 Zuschauern gut besetzten Arena so gesehen. Seit vielen Wochen wackelt das Abwehrzentrum der Eintracht, egal in welcher Zusammensetzung es auch spielt. Diesmal konnten Marco Russ, der seit Wochen nahezu in jedem Spiel an Gegentoren beteiligt ist, und Maik Franz die Löcher nicht stopfen. Das 0:1 machte das ganze Elend der Frankfurter Abwehrbemühungen deutlich.

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Zunächst suchte ausgerechnet der knorrige Franz mit körperlosem Spiel die Gladbacher zu stoppen. Dann ließ sich Chris ausspielen, und schließlich schoss Russ den Ball an den Kopf von Torwart Oka Nikolov, von wo aus er ins Netz flog. „Das hat wohl ziemlich bescheuert ausgesehen“, sagte Russ nach dem Spiel. Beim 2:0 war es wieder Russ, der patzte, bevor Roul Brouwers den Ball ins Tor köpfte. „Es waren unglückliche Gegentore“, befand Skibbe, „aber die Mannschaft hat immer Vollgas gegeben.“ Auf Touren gekommen ist sie trotzdem nicht.

Von sieben Heimspielen nur zwei gewonnen

Seit Wochen zehrt die Eintracht nur noch vom Sieg am ersten Spieltag in Bremen. Was danach kam, war mit wenigen Ausnahmen unterer Durchschnitt. So wurden von sieben Heimspielen nur zwei gewonnen. Dies ist die konsequente Fortsetzung der frustrierenden Vorsaison und lässt den Schluss zu, dass in der Mannschaft einfach nicht mehr Qualität steckt. „Es ist ein klarer Abwärtstrend zu erkennen“, räumte der junge Pirmin Schwegler ein. Es ist nicht viel geblieben von den großen Hoffnungen, die Skibbe und das Team am Anfang der Saison weckten. Gegen die Großen war die Eintracht zuletzt hoffnungslos unterlegen, nun hat es auch gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nicht gereicht. „Wir gewinnen ja nicht grundsätzlich gegen die Mannschaften um uns herum“, sagte Bruchhagen, „diese Niederlage trifft uns ganz empfindlich.“

Skibbe will die Gefahr aber noch nicht erkennen. Unverändert hält er an der Zielvorgabe von 23 Punkten bis zur Winterpause fest. Aus den letzten vier Spielen müsste die Eintracht also noch sieben Punkte holen, in Anbetracht der eigenen Verunsicherung und Gegnern wie Hertha BSC, Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg ein fast schon verwegenes Vorhaben.

Quelle: op-online.de

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