Druck von der Bank

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Mohamadou Idrissou erzielte gegen Dresden mit diesem Kopfball sein achtes Saisontor.

Frankfurt (sp) - In der Winterpause wollte die Frankfurter Eintracht einen weiteren Stürmer verpflichten. Doch der geplante Transfer des ehemaligen Nationalspielers Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg war in letzter Minute aus finanziellen Gründen gescheitert.

Dafür wurden mit Heiko Butscher und Martin Amedick gleich zwei erfahrene Abwehrspieler geholt. Das Kuriose daran: Auch ohne Helmes hat die Eintracht mit 61 bisher die meisten Tore der Liga erzielt und Amedick und Butscher gehörten zuletzt nicht zur absoluten Stammformation.

Trainer Armin Veh will die Winterüberlegungen natürlich nicht als Fehlplanungen einstufen. „Helmes hätten wir trotzdem gut gebrauchen können“, sagt der 51 Jahre alte Coach. Den Beweis dazu tritt der 28 Jahre alte Angreifer Woche für Woche in Wolfsburg an, wo er vom Auslaufmodell zum Stammspieler zurückgekehrt ist und gerade beim 3:1 in Nürnberg wieder zwei Tore erzielt hat. Die Eintracht allerdings hat ihn noch nicht vermisst. In den letzten drei Spielen gab es 9:1 Tore und neun Punkte, zuletzt das 3:0 gegen Dynamo Dresden. Alexander Meier hat dabei seinen 13. Saisontreffer erzielt, Mohamadou Idrissou seinen achten. „Vorne treffen wir immer“, sagt Meier. Über den Aufstieg entschieden werde aber in der Defensive, fügt er hinzu.

Viererkette aus der Hinrunde wieder erste Wahl

Und die kommt momentan ohne die Zugänge aus. Der Trainer vertraut seit zwei Begegnungen wieder jener Abwehrformation, die in der Hinrunde schon erste Wahl war, also mit Bamba Anderson und Gordon Schildenfeld im Zentrum und Constant Djakpa auf der linken Seite der Viererkette. Einen Widerspruch zu den winterlichen Transferaktivitäten sieht er dabei nicht. „Vielleicht spielen die ja wieder besser, weil die anderen da sind“, sagt er. Der Konkurrenzkampf als leistungsförderndes Element.

Butscher wurde in den ersten Spielen nach der Winterpause, gegen Braunschweig, in Düsseldorf und gegen den FSV Frankfurt, als linker Verteidiger eingesetzt und Djakpa hatte viel Zeit, um auf der Bank über seine Rolle nachzudenken. Seit dem Heimspiel gegen Cottbus ist der flinke, manchmal aber überdrehte Ivorer wieder im Team. Und spielt von Woche zu Woche besser. Gegen Dresden hat er seine beste Leistung im Eintracht-Trikot gezeigt. Mit Butscher im Nacken ist Djakpa scheinbar in der Lage, sein Lässigkeiten und Nachlässigkeiten zu minimieren.

Ähnlich positiv scheint sich die neue Konkurrenz auf die Leistungen von Schildenfeld auszuwirken. Dass aus der Reservistenrolle für Butscher und Amedick Ärger entstehen könnte, erwartet die Eintracht nicht. „Es wird keine Probleme geben“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner, „wir alle wollen in die Bundesliga zurück und gerade diese Jungs wissen, dass sie gebraucht werden“.

Quelle: op-online.de

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