Eine unnötige Niederlage

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Frust bei Eintracht nach dem 1:2 in Berlin. Ob dieser Ball ins tor geht?

Berlin  - Für Eintracht Frankfurt war Berlin zum Rückrundenauftakt keine Reise wert. Sie verlor nicht nur ihr erstes Bundesligaspiel 2009 beim neuen Tabellenzweiten Hertha BSC mit 1:2 (0:1), sondern auch noch ihren Torwart Markus Pröll. Von Peppi Schmitt

Der Verlust der drei Punkte war selbstverschuldet, die erneute Verletzung des Torhüters einfach nur Pech. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagte sogar der sonst so kritische Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Trainer Friedhelm Funkel fand die Niederlage besonders ärgerlich, „weil wir in allen Belangen besser waren als die Berliner“. Die Eintracht hatte mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen und mehr Chancen herausgespielt. So sahen es nicht nur Funkel und Bruchhagen, so wies es auch die offizielle Spielstatistik aus.

In Wahrheit aber konnte dies alles nur für die zweite Hälfte gelten. Vor der Pause nämlich waren die Frankfurter überhaupt nicht in Tritt gekommen. Da waren die Berliner besser und gingen verdient durch Marko Pantelic (17. Minute) in Führung. Das 2:0 verhinderte Pröll, als er nach einer halben Stunde einen Strafstoß von Cicero abwehrte. Pröll selbst hatte den Elfmeter verursacht, als er Pantelic von den Beinen holte. Pantelic und Stürmerkollege Andrej Woronin stürzten die Eintracht-Abwehr um den unsicheren Rückkehrer Chris in den ersten 45 Minuten von einer Verlegenheit in die andere. „Wie in einem Freundschaftsspiel“ habe sein Team agiert, befand Funkel nach dem Schlusspfiff, „es hat alles nicht schlecht ausgesehen, aber es war nicht entschlossen genug“. Hinten unsicher, im Mittelfeld ideenlos und vorne ohne Druck.

Das alles änderte sich nach dem Wechsel und dem 0:2, abermals erzielt von Pantelic (50.), der später wegen Verletzungen an Knie und Knöchel, die heute genau diagnostiziert werden sollen, ausgewechselt werden musste. Nach Benjamin Köhlers postwendendem Anschlusstreffer (52.) dominierte die Eintracht und hätte zumindest noch den Ausgleich erzielen müssen. Leonard Kweuke und Alexander Meier hatten dicke Chancen. „Frankfurt hat viel, viel Druck gemacht“, räumte Hertha-Trainer Lucien Favre ein, „die sind viel gefährlicher als in der Vorrunde.“

Einige Spieler der Eintracht traten allerdings noch nicht in Bestform auf. Markus Steinhöfer und Nikos Liberopoulos bestätigten ihre schlechte Vorbereitung, Alex Meier brauchte nach mehr als einjähriger Bundesligapause lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen, Michael Fink unterliefen  ungewohnt viele Fehlpässe. Und Chris war die mangelnde Spielpraxis deutlich anzumerken. In der Innenverteidigung habe es „nicht gestimmt“, kritisierte Bruchhagen.

Erst nach der Pause überwogen die positive Aspekte. So könnte Neuzugang Nikola Petkovic zu einer Bereicherung werden. „Wir können jetzt auch mal über links Druck machen“, kommentierte Bruchhagen den Einstand des jungen Serben. Gemeinsam mit Benjamin Köhler bildete Petkovic jedenfalls eine flinke linke Seite. So war es auch kein Zufall, dass Köhler den ersten Frankfurter Auswärtstreffer nach zuletzt drei torlosen Spielen in der Fremde erzielte.

Quelle: op-online.de

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