Eintracht vom FC Bayern vorgeführt

Miroslav Klose bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Auch das 2:0 erzielte der Nationalstürmer.
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Miroslav Klose bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Auch das 2:0 erzielte der Nationalstürmer.

Frankfurt ‐ Aus der Traum vom Pokalfinale 2010 in Berlin: Die Frankfurter Eintracht erhielt gestern Abend im Achtelfinale des DFB-Pokals eine bittere Lehrstunde vom FC Bayern München und war mit dem 0:4 (0:3) noch gut bedient. Von Holger Appel

Wir haben sehr stark gespielt. So stelle ich mir das vor“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach der Gala des Rekordmeisters und Rekordpokalsiegers vor 51500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena. Auch Trainer Louis van Gaal war hoch zufrieden. „Jeder Sieg bringt Selbstvertrauen. Auch deshalb war der Erfolg wichtig“, meinte er.

Eintracht-Trainer Michael Skibbe gab zu: „Der Qualitätsunterschied hat sich von der ersten bis zur letzten Minute gezeigt.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen äußerte sich ähnlich: „Bayern war uns in allen Belangen überlegen. Wir sind förmlich deklassiert worden.

Zum Mann des Spiels avancierte Nationalstürmer Miroslav Klose, der in der ersten Hälfte zwei Tore erzielte und das 0:3 einleitete. Skibbe hatte im Vergleich zum Bundesligaspiel am Samstag in München (1:2) zwei Änderungen in der Startelf vorgenommen. Markus Steinhöfer ersetzte im Mittelfeld Selim Teber und Martin Fenin in der Sturmspitze Nikos Liberopoulos. Van Gaal brachte Edson Braafheid als rechten Außenverteidiger für Danijel Pranjic.

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Die Eintracht hielt nur neun Minuten ordentlich dagegen. Bis zur ersten Chance für den FC Bayern. Einen Freistoß des umsichtigen Kapitäns Mark van Bommel köpfte Innenverteidiger Danijel van Buyten knapp vorbei. Danach führten die Bayern die mutlose Eintracht vor. Skibbes Team wirkte wie das Kaninchen vor der Schlange - gelähmt und unfähig zu agieren. Die Eintracht zeigte eklatante Mängel im Spielaufbau, lud den Gegner immer wieder zu Chancen ein.

Nach einem Lupfer von van Bommel über die Frankfurter Abwehr, bei dem Marco Russ und Kapitän Christoph Spycher nicht im Bilde waren, hob Klose den Ball über den chancenlosen Torwart Oka Nikolov - 0:1 (14.). Vier Minuten später setzte Thomas Müller auf der linken Außenbahn zu einem Solo an, Patrick Ochs schaffte es nicht, ihn aufzuhalten, und den Pass des Münchner Jungstars verwertete Klose zum 0:2 (19.). Nach einer weiteren Chance durch Anatoli Timoschtschuk - Nikolov parierte - dann der Höhepunkt der Frankfurter Unzulänglichkeiten: Eine Rückgabe von Verteidiger Maik Franz geriet zu kurz - Klose ging dazwischen, legte vor Nikolov quer auf Müller, der den Ball ins verwaiste Tor schob (29.). Die Entscheidung in der einseitigen Partie. Luca Toni köpfte in der 52. Minute nach Flanke von Müller noch zum 0:4 ein

Die Bayern schalteten im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang zurück, schonten sich bereits für das Bundesligaspiel am Samstag beim VfB Stuttgart. Und die Eintracht? Sie hatte ihre ersten Torchancen in der 59. und 62. Minute (Alexander Meier drüber und vorbei aus jeweils 15 Metern), vergab in der 73. Minute durch den eingewechselten Liberopoulos noch ein Geschenk der Bayern-Abwehr und war heilfroh, als Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer endlich abpfiff. Bayern-Torwart Jörg Butt hatte kaum etwas zu tun gehabt.

Die Fans der Eintracht feierten dennoch sich und die Mannschaft. Man darf jetzt aber gespannt sein, wie die völlig verunsicherten Frankfurter die Pokalpleite verkraften. In dieser Form dürften sie sogar gegen den Bundesliga-Vorletzten VfL Bochum am Sonntag Probleme bekommen. Und die dritte Niederlage binnen einer Woche würden die Fans wohl nicht so leicht verzeihen wie das 0:4 gestern Abend.

Quelle: op-online.de

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