Eintracht gut bedient

Die Eintracht-Profis von links: Heiko Butscher, Gordon Schildenfeld und Matthias Lehmann.
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Frankfurter Frust in Paderborn. Die Eintracht-Profis von links: Heiko Butscher, Gordon Schildenfeld und Matthias Lehmann. Die Paderborner Mehmet Kara und Nick Proschwitz bejubeln einen Treffer im Top-Spiel der 2. Liga.

Paderborn - Wie gewonnen, so zerronnen: Die Frankfurter Eintracht hat den mühsam herausgearbeiteten Vorsprung im Aufstiegskampf durch eine indiskutable Leistung beim SC Paderborn leichtfertig wieder aus der Hand gegeben. Von Peppi Schmitt

4:2 (2:2) gewannen die Ostwestfalen vor 15.000 Zuschauern das Spiel, und das Resultat entsprach in etwa den gezeigten Leistungen. Hier eine Frankfurter Mannschaft ohne jede Ordnung und Disziplin, da eine Paderborner Mannschaft voller Begeisterung und Spielwitz.

„Wir hätten einen großen Schritt nach vorne machen können“, sagte Trainer Armin Veh, „aber wir haben es uns selbst zuzuschreiben, dass es nicht geklappt hat.“ Seine Mannschaft habe es einem „sehr guten Gegner sehr leicht gemacht“, fügte der enttäuschte Veh hinzu. Kapitän Alexander Meier wurde noch deutlicher. „Wir haben den Anfang völlig verpennt, und waren in der zweiten Halbzeit genauso schlecht“, sagte er, „die Defensive muss stehen im Aufstiegskampf, das hat nicht geklappt.“ In der Verteidigung habe sich die ganze Mannschaft „doof“ angestellt.

Die Selbstkritik zeichnete nach dem Abpfiff immerhin alle Frankfurter aus, egal ob Trainer oder Spieler. Jede andere Reaktion wäre aber auch an der Realität vorbeigegangen. Paderborn war am Anfang beider Halbzeiten so deutlich besser, dass die Eintracht im Grunde mit den vier Gegentoren noch gut bedient war.

Für eine Viertelstunde ein echtes Spitzenspiel

Schon in der 6. Minute traf Paderborns Torjäger Nick Proschwitz völlig freistehend aus sieben Metern. Verteidiger Sebastian Jung hatte sich außen vom überragenden Kara ausspielen lassen, in der Mitte waren Anderson und Schildenfeld überfordert. Und dies blieb die gesamte Spielzeit so. Das gesamte Abwehrverhalten sei „unter aller Sau“ gewesen, schimpfte Veh. In der 18. Minute erhöhte Kara mit einem Lupfer ins lange Eck zum 2:0 und für die Eintracht deutete sich ein Debakel an.

Wie aus dem Nichts aber kam sie zurück. Benny Köhler verwandelte in der 26. Minute einen Freistoß aus 20 Metern. Nun wurde es für eine Viertelstunde ein echtes Spitzenspiel, weil sich beide Mannschaften daran beteiligten. Strohdiek verlor den Ball an Sebastian Rode, dessen Querpass drückte Meier ein. Es war das zwölfte Saisontor des Eintracht-Kapitäns - 2:2.

„Wir hatten den psychologischen Vorteil, warum wir ihn aus der Hand gegeben haben, ist mir ein komplettes Rätsel“, sagte Veh. Und wieder schlugen die spielstarken Paderborner zu. In der 58. Minute spekulierte die Eintracht-Abwehr auf Abseits, Rupp nutzte diesen Fehler zum 3:2 und nur sechs Minuten darauf ließ Wemmer auf der linken Seite die halbe Abwehr stehen und erzielte das 4:2. Veh reagierte, nahm den indisponierten Schildenfeld heraus. „Ich hatte gehofft, er fängt sich irgendwann, aber er hat sich nicht gefangen“, sagte Veh, „er war aber nicht der einzige.“ Doch es war zu spät. Diesmal kam die Eintracht nicht zurück. Paderborn hätte eher noch weitere Tore erzielen können.

Quelle: op-online.de

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