Altstars und aktuelle Spieler analysieren die Situation von Eintracht Frankfurt

Frankfurt - „Es wird Zeit, dass die Eintracht was unternimmt, damit die Fans mal wieder einen Meister haben“, sagte Istvan Sztani am Mittwochabend im Eintracht-Museum,  wo der Agon Sportverlag das neue Buch „Adler auf der Brust“ vorstellte, in dem 90 Legenden und aktuelle Spieler porträtiert werden.

Zu den Altstars zählt auch Sztani, der als Halbstürmer das 4:2 im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1959 gegen Kickers Offenbach schoss. „Das Problem beim Fußball ist das Geld“, so der 73-Jährige. Ein großes Portemonnaie entscheide über Erfolge, gute Spieler seien deshalb nicht lange bei der Eintracht zu halten.

Erfolg vom Geld abhängig

„Bruchhagens Devise ist ja, dass er nicht mehr ausgibt, als er einnimmt. Das ist auch gesund“, urteilt Wolfgang Solz. Der 70 Jahre alte ehemalige Linksaußen mit dem Spitznamen „Brasilianer“ sieht daher das Saisonziel kritisch: „Ob man sich mit den 50 Punkten einen Gefallen getan hat, weiß ich nicht.“ Um die Eintracht wieder attraktiver für Spitzenfußballer zu machen, ist laut Solz der Tabellenplatz entscheidend. Da dieser wiederum unter anderem von den Spielern abhänge, sei mehr Geld nötig. „Bei Schalke läuft es die ersten beiden Tage nicht und dann hauen sie 30 Millionen raus. Da können wir nicht mithalten", sagt auch Stürmer Ioannis Amanatidis.

Die Hessen hatten unter anderem für 1,2 Millionen Euro den griechischen Verteidiger Georgios Tzavellas von Panionios Athen geholt. Der stand - wie die anderen Neuzugänge - bei der Partie gegen den HSV nicht in der Startelf. Zur Begründung sagte Trainer Michael Skibbe nur: „Da möchte ich nicht nachhaken, sondern meinen Blick auf das Spiel gegen Gladbach richten.“ Er wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Neuverpflichtungen Fehlgriffe gewesen seien.

Skibbe trotz Fehlstart zufrieden

„Ich bin mit dem Spiel der Mannschaft, besonders gegen Hamburg, über weite Strecken sehr einverstanden“, sagt der 45-Jährige im Interview mit einer Sportzeitug. „Wir haben einfach die großen Torchancen nicht genutzt. Ob das Amanatidis oder Gekas in Hannover waren, oder Meier und Amanatidis gegen den HSV.“

Amanatidis ist der Ansicht, dass seit zehn bis 15 Jahren Geld eine immer größere Rolle spielt - was der Eintracht Erfolge gekostet habe. „Es hat die Liebe zum Fußball zurückgehen lassen.“ Und auch Sztani fragt: „Wenn alleine das Geld entscheidet, wo bleibt dann der Fußball?“

Dem Frankfurter Altstar Dieter Stinka zufolge kommt es außerdem auf den Zusammenhalt der Mannschaft an: „Die Mischung muss stimmen.“ Dass dies für das aktuelle Team gilt, darüber waren sich alte und junge Spieler einig. So sagt etwa Sztani: „Unsere Mannschaft kämpft schon sechs Jahre, dass sie nicht absteigt. Die Jungs geben ihr Bestes. Deswegen ist das Stadion immer voll.“

dpa

Quelle: op-online.de

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