Daum stärkt Fährmann den Rücken

Frankfurt - Eintracht Frankfurt fiebert dem „Spiel des Jahres“ gegen Bayern München entgegen. Trainer Christoph Daum bleibt trotz der sportlichen und persönlichen Brisanz aber gelassen. Auch Verletzungsprobleme und eine Torwart-Diskussion bringen ihn nicht aus der Ruhe.

Vor dem Oster-Hit gegen Rekordmeister Bayern München hat Eintracht Frankfurts Trainer Christoph Daum Torhüter Ralf Fährmann demonstrativ den Rücken gestärkt und einen Wechsel zwischen den Pfosten kategorisch ausgeschlossen. „Es gibt überhaupt keine Diskussion. Ich habe keinen Fehler gesehen. Ich denke, dass Ralf selbstkritischer auftreten will als es notwendig ist“, erklärte Daum heute.

Fährmann hatte den Gegentreffer beim 0:1 in Hoffenheim auf seine Kappe genommen. „Klar, dass das etwas unglücklich aussah“, räumte der 22-Jährige am Montagabend in der Fernsehsendung „Heimspiel“ des Hessischen Rundfunks ein. „Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, über den Flatterball so wenig wie möglich zu sprechen. Der Ball hat entschieden, den Blinker zu setzen“, beschrieb der erst vor knapp drei Wochen zur Nummer 1 ausgerufene Fährmann die spielentscheidende Situation.

Das müssen junge Spieler noch lernen

Das öffentliche Eingeständnis war Daum überhaupt nicht Recht. Er empfahl dem im Sommer 2009 von Schalke 04 an den Main gekommenen Keeper mehr Zurückhaltung bei öffentlicher Selbstkritik. „Er sieht ja, wenn er von einem möglichen Fehler spricht, dass er gleich aus dem Tor rausgeschrieben wird. Vielleicht lernt er daraus, dass er in der Öffentlichkeit nicht über irgendwelche Fehler so ohne weiteres sprechen sollte, denn das führt oft nur zu massiver Kritik und zum Verlust des Platzes. Das müssen junge Spieler noch lernen“, dozierte der Eintracht-Coach.

Während der Platz zwischen den Pfosten also weiter fest vergeben ist, gibt es auf anderen Positionen noch Fragezeichen. Der Einsatz von Innenverteidiger Maik Franz, der in Hoffenheim eine schwere Mittelfußprellung erlitt, ist weiter ungewiss. „Er hat eine riesige Schwellung und kann den Fuß noch nicht belasten“, berichtete Daum. Mittelfeldspieler Alexander Meier fällt wegen der fünften Gelben Karte aus, Sonny Kittel musste das Training am Dienstag wegen einer Knieverletzung abbrechen und sich zu einer medizinischen Untersuchung begeben.

Denkbar, mit zwei Spitzen zu agieren

Auch über die Offensivtaktik gegen die Bayern grübelt Daum noch intensiv. „Es ist denkbar, mit zwei Spitzen zu agieren. Meine Erfahrung sagt mir aber, dass damit nicht zwangsläufig die Torgefahr erhöht wird. Das muss von der gesamten Mannschaft ausgehen. Ich habe schon Spiele gesehen, in denen eine Mannschaft mit sieben, acht hochkarätigen Angreifern gespielt und dann mit Pauken und Trompeten verloren hat“, erklärte der 57-Jährige.

Den Gala-Auftritt des Rekordmeisters beim 5:1 gegen Bayer Leverkusen hat sich Daum am vergangenen Sonntag im Fernsehen angeschaut und dabei kaum Schwächen ausgemacht. „Die Bayern sind sehr stark. Wir sind krasser Außenseiter“, beschrieb er die Ausgangsposition. Die Eintracht müsse daher schon ans Limit gehen, um dem Favoriten Paroli bieten zu können. „Wir müssen etwas mehr Leute in torgefährliche Räume bringen, etwas weniger Fehler im Spielaufbau machen und etwas energischer in einigen Offensiv- und Defensivaktionen zu Werke gehen“, forderte er.

„Schaun mer mal“

Ungeachtet der Herkulesaufgabe verbreitete Daum, unter dessen Regie die Hessen immer noch sieglos sind, aber Zuversicht: „Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Spielen wunderbar entwickelt, sowohl vom Läuferischen als auch vom Spielerischen her. Man hat in jedem Spiel eine Chance. Schaun mer mal.“

dpa

Quelle: op-online.de

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