Eintracht-Trainer Daum schmollt

Frankfurt - Das Derby gegen den FSV Mainz 05 elektrisiert seit Tagen die Rhein-Main-Region. Ausgerechnet Frankfurts Trainer Christoph Daum übt sich vor dem für beide Clubs so wichtigen Duell in Zurückhaltung.

Als Reaktion auf die seiner Meinung nach unsachliche Berichterstattung in den vergangenen Tagen gab sich Daum am Donnerstag wortkarg. Keine Parolen, keine Sticheleien gegen den Nachbarn - aber auch fast keine Infos gab es zwei Tage vor der Partie im ausverkauften Mainzer Bruchwegstadion. „Wir haben gegen die Bayern sehr viele gute Ansätze gezeigt, die es in Mainz zu verstärken gilt“, sagte Daum, der zudem noch preisgab, dass er dem unter ihm nach wie vor sieglosen Team im Training „Lösungsmöglichkeiten“ gegen die Mainzer Stärken skizziert habe.

Darüber hinaus? Weitgehend Funkstille. Ob der zuletzt arg glücklos agierende Theofanis Gekas in Mainz eine weitere Chance erhält? Kein Kommentar. Wann die Spieler erfahren würden, ob sie spielen? Keine Aussage. Daum gab sich vor dem brisanten Nachbarschaftsduell schmollend. Zu sehr scheint an dem 57-Jährigen zu nagen, dass sein zweifellos großes Engagement bei der Eintracht bislang noch nicht die gewünschten Früchte trägt. Drei Unentschieden haben die Frankfurter unter Daums Regie in vier Begegnungen bislang eingefahren, der Abstieg droht nach wie vor.

Am Ende zählen Punkte

„Das Selbstvertrauen in der Mannschaft hat sich dennoch gewandelt“, lobte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen den Nachfolger von Michael Skibbe. Doch was zählt, sind am Ende die Punkte und davon hat die Eintracht nach wie vor zu wenig. „Ich wünsche der Mannschaft, dass sie sich für ihre guten Leistungen endlich einmal belohnt. Das würde auch die Leistungen der vergangenen Wochen noch einmal herausstellen“, sagte Daum fast schon im Plauderton.

Doch danach wurde es wieder ruhiger. Ein Journalist wollte erfahren haben, dass Daum seinen Mainzer Trainerkollegen Thomas Tuchel damals an der Sporthochschule in Köln unterrichtet habe. „Daran kann ich mich nicht erinnern“, entgegnete Daum. Er habe des öfteren Vorträge bei den Ausbildungslehrgängen zum Fußballlehrer gehalten. Alles andere seien Erfindungen der Medien. Wie gut er Tuchel denn kenne? „Wir sind noch nicht zusammen in den Urlaub gefahren“, antwortete Daum.

Erst ganz zum Ende ließ er sich doch noch einmal locken, als es darum ging, wie er das Derby am Samstag denn beschreiben würde. „Es trifft der Bundesliga-Senkrechtstarter Mainz auf den Traditionsverein Eintracht Frankfurt, der Fußballgeschichte geschrieben hat“, sagte der Frankfurt Trainer in der für ihn eigentlich typischen Blumigkeit.

dpa

Quelle: op-online.de

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