U17 der Eintracht ist Deutscher Meister

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Alexander Schur mit der Meisterschale.

Frankfurt ‐ Zum ersten Mal seit 1991 hat die Frankfurter Eintracht wieder eine Deutsche Jugendmeisterschaft gewonnen. Die U17 der Frankfurter besiegte am Samstag vor 2800 Zuschauern am Bornheimer Hang Bayer Leverkusen glücklich mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung. Von Peppi Schmitt

Das entscheidende Tor gelang Luis Goncalves in der 96. Minute. „Das ist ein großer Tag für Eintracht Frankfurt“, sagte Trainer Alexander Schur, der von den Eintracht-Fans mindestens genauso gefeiert wurde wie seine Spieler. Gleich bei seiner ersten Aufgabe als alleinverantwortlicher Trainer konnte die Eintracht-Legende Schur den maximalen Erfolg feiern. „Wir sind verdient Deutscher Meister geworden“, sagte der 38 Jahre alte Schur, „dieser Jahrgang ist in allen Bereichen den anderen ein wenig voraus.“

Nationalhymne erhöhte Druck auf Spieler

Dabei wusste Schur genau, dass seine Jungs im Endspiel nicht ihren besten Fußball gespielt hatten. Die Umstände des Finales hatten beide Mannschaften über weite Phasen gelähmt. Da war die gemeinsame Übernachtung in einem Frankfurter Luxushotel, das DFB-Bankett am Abend vor dem Spiel, nicht zuletzt die Nationalhymne, die den Druck auf die 16 und 17 Jahre alten Spieler erhöht hatten. „Unsere Mannschaft ist unter ihrer Leistungsstärke geblieben“, sagte auch der überglückliche Präsident Peter Fischer, „da hat die Angst mitgespielt.“ Es war die Angst vor Fehlern, die ein Spiel zustande kommen ließ, das an die Partien bei der WM erinnerte. Defensive war Trumpf, Spielkontrolle, Sicherheit in der Abwehr.

Eintracht traf dreimal Pfosten und Latte

Torchancen hatten dennoch beide. Die Eintracht traf dreimal Pfosten und Latte, Leverkusen hatte Pech bei zwei wegen Abseits abgepfiffenen Toren. „Es war dennoch ein Spiel auf hohem B-Jugend-Niveau“, sagte Eintrachts Cheftrainer Michael Skibbe. Das entscheidende Tor gelang den Frankfurtern durch einen Geistesblitz vier Minuten vor Ende der zermürbenden Verlängerung. Nach Doppelpass mit Lukas Ehlert hatte Louis Goncalves noch die Kraft, den Ball in den Torwinkel zu zirkeln. Mittelfeldspieler Goncalves ist eines jener Talente, die Michael Skibbe bereits im Blick hat. Alexander Schur dachte in der Stunde des Triumphes bereits an die Zukunft. Die Talente seien da bei der Eintracht, sagte Schur, es komme nun auf die „interne Verwertung“ dieses Potenzials an. „Wie schaffen wir den Übergang von der Jugend zu den Profis?“, benannte Schur die Aufgabe der Zukunft. Im ehemaligen DFB-Jugendtrainer Michael Skibbe habe die Eintracht den richtigen Mann, um dies zu bewerkstelligen.

Eintracht Frankfurt: Özer - R. Söder, Dudda, Schorr, Wille (88. Bartheld) - Goncalves, Kittel, Hien, Demuth - Asta (61. Ehlert), Derici (100. D. Müller)

Tor: 1:0 Goncalves (96.)

Wie schwer dies werden wird, hat die Vergangenheit gezeigt. Auch aus den anderen erfolgreichen Jugendteams haben meist nur ein oder zwei Spieler den großen Sprung geschafft. Und wer Eintrachts vermeintlich größtes Talent, Sonny Kittel, im Finale gesehen hat, weiß, wie weit der Weg sein wird. Dass der schmächtige Kittel, technisch hochbegabt, schon in der kommenden Saison zumindest beim Training auf Profiniveau bestehen kann, scheint doch eher fraglich.

Quelle: op-online.de

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